Bündnis gegen Rechtsextremismus e.V.

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Vorschau in "Die verbotene Stadt"

Untersuchungsergebnisse über das Verhörlager Wincklerbad 1945 - 1947

Seit einem Jahr untersuchen die Historiker Utz Anhalt und Steffen Holz die Vorgänge im damaligen Verhörlager des britischen Geheimdienstes CSDIC No. 74 in Bad Nenndorf, genannt "Wincklerbad". Sie konnten u.a. auf Quellen von betroffenen Gefangenen und anderen Zeitzeugen zugreifen. Auch inzwischen zugängliche Dokumente des britischen Geheimdienstes standen ihnen zur Verfügung.

Noch vor dem für das Frühjahr 2011 geplante Erscheinen des Buches soll Interessierten ein Einblick in den Fortgang der Forschungsarbeiten gegeben werden. Nach Angaben des Projektleiters Steffen Holz konnten Aussagen von Heiner Wember (1990) und Ian Cobain (2005/2006) teilweise erhärtet werden; teilweise hätten jedoch Nuancierungen vorgenommen werden müssen. "Nichts stellt jedoch ihre Arbeiten in Frage, wir hatten nur mehr Zeit und Möglichkeiten, den Dingen auf den Grund zu gehen", stellt Holz klar.

Die Historiker glauben nachweisen zu können, dass in dem Verhörlager mit Wissen des Kommandanten auch physische Folter in Verhörsituationen angewendet wurde. Der Einsatz von Daumen- und Schienbeinschrauben, welche sich der britische Geheimdienst im Gestapo-Gefängnis des KZ-Neuengamme besorgt hatte, konnte bislang aber nicht bei der in Bad Nenndorf verhörten Nazi-Elite festgestellt werden. Hier "beschränkten" sich die britischen Betreiber des Verhörlagers im wesentlichen auf "konventionelle Methoden" wie unzureichende Kleidung der Gefangenen bei eisiger Kälte, stundenlangem Stehen vor offenen Fenstern, verschiedene Methoden der Wasserfolter und andere alltägliche Drangsalierungen durch einen Teil des Wachpersonals und der Verhörleiter.

"Daumen- und Schienbeinschrauben, diese mittelalterlichen Folterinstrumente kamen nach unseren bisherigen Ermittlungen ausschließlich bei vermeintlichen Kommunisten, Sowjetspionen und anderen Personen zum Einsatz, von denen man sich Informationen über die Aktivitäten der KPD und der Roten Armee in den westlichen Besatzungszonen erhoffte", so die Zwischenbilanz von Steffen Holz.

Auch bei den zwei Toten, welche an den Folgen der Misshandlungen starben, und bei den zwei ausgemergelten ehemaligen Gefangenen, die auf den Flyern zur Bewerbung der "Trauermärsche" durch die Nazis abgelichtet sind, handelt es sich um Personen, die vom britischen Geheimdienst für Kommunisten gehalten worden sind.

Demonstrieren Nazis bei ihren seit 2006 stattfindenden "Trauermärschen" in Bad Nenndorf also für vermeintliche Kommunisten? Was sind die Beweggründe derer, die sich selbst als die "letzten aufrechten Deutschen" bezeichnen?

Steffen Holz berichtet vom Stand der Arbeiten zum "Wincklerbad 1945 - 1947":

Donnerstag,27. Januar, Bad Nenndorf, Hauptstr.4,

Haus Kassel, Raum "Hofrat Schröter" , 19.00 Uhr




Neonazis, Anhänger rechtsradikaler Organisationen und deren Anhänger
haben zu dieser Veranstaltung keinen Zutritt!

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