Bündnis gegen Rechtsextremismus e.V.

Presse

3. Aufführung der Theater-AG des Gymnasiums Bad Nenndorf: ?Draußen vor der Tür? von Wolfgang Borchert



?Draußen vor der Tür?
von Wolfgang Borchert.


Nach dem großen Erfolg des Stückes ?Einer flog übers Kuckucksnest? inszeniert die Theater-AG des GBN nun das bekannte Nachkriegsdrama ?Draußen vor der Tür?, das auch in vielen Deutschkursen zum Thema Nachkriegsliteratur gelesen wird.

Die Premiere fand am Mittwoch, 14.01.2014 im Forum des Gymnasiums Bad Nenndorf statt.

Der dritte und letzte Aufführungstermin ist Freitag, der 23.01.14 um 19:30 Uhr im Gymnasium Bad Nenndorf.

Die Spieldauer beträgt 140 Minuten zzgl. Pause.


Zum Inhalt:

?Mit der Wahrheit ist das wie mit einer stadtbekannten Hure.
Jeder kennt sie, aber es ist peinlich, wenn man ihr auf der Straße begegnet.?,
genau mit dieser leugnenden Situation fühlt sich Beckmann, der Protagonist des Nachkriegstheaterstücks ?Draußen vor der Tür? von Borchert, konfrontiert, als er aus Krieg und Kriegsgefangenschaft nach Hause in das in Trümmern liegende Deutschland zurückkehrt und feststellen muss, dass für ihn kein Zuhause mehr vorhanden ist. Geplagt von der Schuld, den Tod von elf Kameraden auf dem Gewissen zu haben, versucht er seine Verantwortung wieder los zu werden. Aber die alten Eliten haben sich schon wieder eingerichtet und wollen von der Vergangenheit nichts mehr wissen. Beckmann sieht nur noch einen Ausweg?


Zum Autor:

Wolfgang Borchert (1921 - 1947),der sich selbst mit der Situation konfrontiert sah, aus dem Krieg in die Trümmer Hamburgs zurückzukehren, schrieb dieses Stück im Herbst 1946 innerhalb weniger Tage. Am 13.02.1947 wurde das Stück zunächst als Hörspiel aufgeführt. Einen Tag vor der Uraufführung verstirbt Borchert am 20.11.1947. Der Krieg hat seine Spuren an dem jungen Mann hinterlassen. Zusätzliche Kerkerhaft aufgrund angeblicher Wehrkraftzersetzung (Borchert erzählte seinen Kameraden politische Witze) hat seine Gesundheit zudem nachhaltig zerstört. Er hinterlässt ein Drama, das schockiert, berührt, beunruhigt und bis in die heutige Zeit aktuell ist und immer wieder gespielt und gelesen werden sollte, damit die Geschichte nicht achselzuckend über die Kriege dieser Zeit hinweg geht. Borchert untertitelte das Drama mit: ?Ein Stück, das kein Theater spielen und kein Publikum sehen will.?


Gymnasium Bad Nenndorf - Theater-AG



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Agnes Miegel Denkmal: Ergebnis zum Bürgerentscheid

Der Bürgerentscheid in Bad Nenndorf zum Verbleib des Denkmals im Kurpark ist am notwendigen Quorum von 2225 Ja Stimmen gescheitert.

Ergebnis: 1502 JA, 448 NEIN, 12 ungültig, Wahlbeteiligung 21%.


Pressespielgel zur Entscheidung

t-online: Agnes-Miegel-Denkmal in Bad Nenndorf soll weg

Deutschlandradio: Agnes-Miegel-Denkmal: in Bad Nenndorf soll verschwinden

NDR: Für Hitler gedichtet: Miegel-Statue wird entfernt



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Bürgereintscheid zum Agnes-Miegel-Denkmal

Der Rat der Stadt BN hat nach eingehender Diskussion am 12.11.14 beschlossen, dem Antrag des Verwaltungsausschusses nicht zu folgen. Mit 20 zu 3 Stimmen bei 3 Enthaltungen wurde beschlossen, die am 30.10.13 mit deutlicher Mehrheit beschlossene Entfernung des Agnes-Miegel-Denkmals aus dem Kurpark nicht zurückzunehmen, sondern nun den durch das Bürgerbegehren erzwungenen Bürgerentscheid am 11.1.2015 abzuwarten. Jetzt haben also die wahlberechtigten Einwohner Bad Nenndorfs die Möglichkeit, sich für oder gegen den Verbleib des AM-Denkmals im Kurpark auszusprechen. Wenn nicht mindestens ca. 2200 Nenndorfer (25 % der Wahlberechtigten) am Bürgerentscheid teilnehmen, gilt der Bürgerentscheid als gescheitert, und der Ratsbeschluss vom 30.10.13 kann umgesetzt werden. Wenn mehr als ca. 2200 Nenndorfer teilnehmen, müssten mindestens 2200 (nämlich ebenfalls 25 % der Wahlberechtigten) für die Aufhebung des Ratsbeschlusses (somit für den Verbleib des Denkmals im Kurpark) votieren, ansonsten: ebenfalls gescheitert.

Unsere Position ist klar: Wir stimmen mit NEIN ! Wir wollen nicht, daß der Ratsbeschluß zur Entfernung des Denkmals aufgehoben wird!

Das Denkmal einer bekennenden Nationalsozialistin, die aus ihrer Verehrung des "Führers" niemals einen Hehl gemacht hat und sich auch nach dem Faschismus niemals eindeutig von ihrer Haltung während des NS-Regimes distanzierte, gehört nicht in den öffentlichen Raum unserer Stadt! Wir rufen dazu auf, am Bürgerentscheid teilzunehmen und mit NEIN zu stimmen!

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Mi, 12.11.2014: Öffentliche Sitzung des Rates der Stadt Bad Nenndorf


Am Mittwoch, den 12.11.2014 findet um 20 Uhr im Vereinsheim (Bahnhofstr.67) eine öffentliche Ratssitzung statt.


Dort wird u.a. über den Antrag des Verwaltungsausschusses (VA) abgestimmt, den Ratsbeschluss zur Entfernung des Agnes-Miegel-Denkmals aus dem Kurpark vom 30.10.13 zurückzunehmen.

Link auf die Seite der Stadt Bad Nenndorf: Tagesordnung - Sitzung des Rates der Stadt Bad Nenndorf

Auszug aus den Erläuterungen zur Tagesordnung:

"13. Bürgerbegehren zum Agnes-Miegel-Denkmal; Aufhebung des Ratsbeschlusses vom 30.10.2013

VA 15.10.2014 TOP 20
Vorlage 2014-0279/ST

Die Beschlussempfehlung des Verwaltungsausschusses für den Rat lautet wie folgt:

Der Ratsbeschluss vom 30.10.2013, wonach das Agnes-Miegel-Denkmal aus dem Kurpark entfernt und eine Aufstellung auf öffentlichem Grund generell ausgeschlossen werden soll, wird zurück genommen. Im Sinne des Bürgerbegehrens der Agnes-Miegel-Gesellschaft, eingereicht am 18.02.2014, verbleibt das Denkmal an seinem bisherigen Standort im Kurpark."

Quelle: Erläuterungen zur Tagesordnung der Sitzung des Rates der Stadt Bad Nenndorf am 12.11.2014

An öffentlichen Sitzungen des Rates können interessierte Bürgerinnen und Bürger als Zuschauer teilnehmen.


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Leserbriefe zum Bürgerentscheid


Bürgerbegehren pro Miegel-Denkmal oder pro Bürgerentscheid?

Im Artikel zum bevorstehenden Bürgerentscheid über den Standort des Agnes-Miegel-Denkmals in Bad Nenndorf wird Frank Steen von der Ratsgruppe WGN/Finsterle folgendermaßen zitiert: ?Wenn sich schon so viele Bürger für den Verbleib des Denkmals ausgesprochen haben, sollte der alte Ratsbeschluss auch aufgehoben werden?.

Da stellt sich mir doch die Frage: Wann und wo haben sich denn ?so viele Bürger für den Verbleib des Denkmals ausgesprochen???? Bisher ist diese Frage, ob nämlich das Denkmal im Kurpark verbleiben soll, den Bürgerinnen und Bürgern von Bad Nenndorf doch noch gar nicht gestellt worden!

Falls sich Herrn Steens Aussage auf die gesammelten Unterschriften des Bürgerbegehrens beziehen sollte, weise ich ausdrücklich darauf hin, dass mit diesen Unterschriften einzig und allein die Durchführung eines Bürgerentscheides beantragt wurde ? nicht mehr und nicht weniger!

Zur Erinnerung: Der Originaltext auf den Unterschriftenlisten lautete ?Mit meiner Unterschrift unter dieses Bürgerbegehren gemäß § 32 NkomVG beantrage ich die Durchführung eines Bürgerentscheids gemäß § 33 NkomVG zu folgender Frage: Sind Sie dafür, dass der Ratsbeschluss vom 30.10.2013 aufgehoben wird und das Agnes-Miegel-Denkmal an seinem bisherigen Standort im Kurpark Bad Nenndorf bleibt??

Das heißt, die gesammelten 1022 gültigen Unterschriften fordern, die Frage des Standortes des Agnes-Miegel-Denkmals in Bad Nenndorf per Bürgerentscheid zu klären, also mit einem Instrument der direkten Demokratie statt per Ratsbeschluss. Erst in der Fragestellung des Bürgerentscheids wird dann die Sachfrage zum Standort des Denkmals formuliert sein mit den gleichberechtigten Antwortmöglichkeiten ?Ja? und ?Nein?.

Ich finde es völlig vermessen und eine Bevormundung von Bürgerinnen und Bürgern, wenn jetzt unterstellt wird, dass alle, die das Bürgerbegehren zum Bürgerentscheid unterschrieben haben, damit auch gleichzeitig eine inhaltliche Aussage zum gewünschten Standort des Denkmals getroffen haben. Dann hätte man ja auch gleich Unterschriften für oder gegen den Standort Kurpark sammeln können, aber genau das sieht das Instrument ?Bürgerentscheid? nicht vor: Über die zur Debatte stehende Sachfrage soll erst im Bürgerentscheid nach den Grundsätzen der freien, gleichen und geheimen Wahl abgestimmt werden.

Wer sagt denn, dass nicht die Mehrheit der 1022 Bürgerinnen und Bürger das Bürgerbegehren unterschrieben hat, um dann im Bürgerentscheid mit ?Nein? und damit GEGEN den Verbleib des Denkmals im Kurpark abzustimmen? Ob, wie Herr Steen meint, ?viele? oder - wie ich meine - ?nicht viele? Bürgerinnen und Bürger für den Verbleib des Denkmals im Kurpark stimmen werden bzw. ob überhaupt ausreichend viele Bürgerinnen und Bürger für das erforderliche Quorum am Bürgerentscheid teilnehmen werden, ist aus meiner Sicht zum heutigen Zeitpunkt Kaffeesatzleserei. Eine Rücknahme des Ratsbeschlusses aufgrund des Ergebnisses des Bürgerbegehrens bedeutet für mich, Bürgerinnen und Bürger nicht ernst zu nehmen. Denn die Unterschrift zum Bürgerbegehren war eine Unterschrift für das Instrument Bürgerentscheid und nicht eine Unterschrift für den Standort Kurpark!

Gitta Matthes, Bad Nenndorf 2.11.2014



Zum Bürgerentscheid über den Verbleib des Agnes-Miegel-Denkmals in Bad Nenndorf

?Willkommen bei der Agnes-Miegel-Gesellschaft, die in der heutigen Zeit die Bedeutung einer großen Dichterin in das Bewusstsein der Öffentlichkeit bringen möchte!? So begrüßen Sie die ersten Zeilen der Internetseite der Agnes-Miegel-Gesellschaft aus Bad Nenndorf.

Autoren, deren Bücher 1933 nicht öffentlich verbrannt wurden, waren entweder gänzlich unpolitisch, unverfänglich oder systemtreu. Für Agnes Miegel gilt sicherlich das Letztere. Sie war eine Verehrerin Adolf Hitlers und des Nationalsozialismus. Nach 1945 hat sie sich niemals klar vom Nationalsozialismus distanziert. Miegel aus ihrer Zeit losgelöst zu betrachten und nach heutigen Maßstäben zu beurteilen sei falsch, wird oft argumentiert. Diese Verdrängungsproblematik kennen wir schon aus der Nachkriegszeit, als das kollektive Vergessen und Generalamnestien von nationalsozialistischen Verbrechen bald die Methoden der Wahl waren. Aber, darum geht es gar nicht: Sie war eine überzeugte Nationalsozialistin, Zitat: ?Lass in deine Hand, Führer, uns vor aller Welt bekennen; Du und wir, nie mehr zu trennen, stehen ein für unser deutsches Land.? (Weiheverse 1938). Sie war nicht nur ein Kind ihrer Zeit, das sich dem Nationalsozialismus nicht entziehen konnte!

Die Diskussion um die Entfernung (Ratsbeschluss) bzw. die Erhaltung (Geforderter Bürgerentscheid, Agnes-Miegel-Gesellschaft) ist für Bad Nenndorf beschämend. Seit einer breiteren Öffentlichkeit bekannt ist, welche Vergangenheit Agnes Miegel hat, müsste sich die Aufrechterhaltung eines Denkmales im Kurpark eigentlich von selbst erledigt haben. Fehlanzeige. Statt eine strategisch wesentlich geschicktere Schadensbegrenzung zu betreiben und das Denkmal verschämt in den eigenen Vorgarten zu stellen, begibt sich die Agnes-Miegel-Gesellschaft mit einem Bürgerentscheid in die Offensive. Die Argumentationskette ist simpel: Der Zweck heiligt die Mittel, da Agnes Miegels literarisches Werk so bedeutsam sei. Die braune Gesinnung bleibt außen vor. Aber als Vorbild für die Jugend und auch für uns Erwachsene ist Agnes Miegel nicht mehr akzeptabel. Schon gar nicht als Denkmal. Da hilft auch nicht der Verweis, dass an anderen Orten nach Agnes Miegel benannte Plätze und Straßen nicht umbenannt werden. Noch nicht! Der Prozess der Aufarbeitung unserer nationalsozialistischen Vergangenheit ist im Gang und betrifft nicht nur Agnes Miegel sondern auch andere historische Persönlichkeiten. Es ist dringend nötig, auch der heutigen Jugend noch zu zeigen, dass man im Umgang mit dem Nationalsozialismus und allen seinen Anhängern und Verehrern unnachgiebig umgeht, mögen Sie noch so nützliches vollbracht haben.

Auf einer öffentlichen Podiumsdiskussion am 14.5.2014 in der Bad Nenndorfer Wandelhalle wurde der Vorbildcharakter Agnes Miegels diskutiert. Der für mich bemerkenswerteste Punkt des Abends wurde aber nie wieder aufgegriffen und ich möchte ihn darum wieder in die öffentliche Diskussion bringen: Es wurde bekannt, dass die erste Vorsitzende der Agnes-Miegel-Gesellschaft, Frau Dr. Marianne Kopp an einem Vortragswochenende im (inzwischen verbotenen) Collegium Humanum in Vlotho vom 16.-18.2.2001 einen Vortrag hielt. Weitere illustre Referentin an diesem Wochenende: Frau Ursula Haverbeck, mehrfache Rednerin auf den "Trauermärschen" in Bad Nenndorf und hartnäckige Holocaustleugnerin. Mir fallen keine plausiblen Erklärungen ein, warum man an diesem Ort mit solcher Gesellschaft einen Vortrag halten sollte. Dies wirft für mich ein neues Licht auf die Agnes-Miegel-Gesellschaft. Zur Erinnerung: ?Der Stifter des Denkmals, Willibald Völsing, hat auch nach 1945 mit NS-Größen und ehemaligen NSDAP-Mitgliedern sympathisiert und diese als Mäzen gefördert.? So war es in dieser Zeitung am 22.4.2014 nachzulesen.

Ich fasse zusammen: Erstens war Agnes Miegel eine bekennende Nationalsozialistin. Zweitens ist sich die erste Vorsitzende der Agnes-Miegel-Gesellschaft nicht zu schade dafür, gemeinsam mit einer bekannten Holocaustleugnerin Vorträge an einem fragwürdigen Ort zu halten. Drittens ist der Stifter des Denkmals ein Sympathisant und Förderer der Neonaziszene. Wer jetzt immer noch nicht weiß, wo das Denkmal von Agnes Miegel hingehört, dem kann niemand mehr helfen. Der sowieso peinliche Bürgerentscheid wackelt und die Agnes-Miegel-Gesellschaft möchte den Rat Bad Nenndorfs zu einer Rücknahme des Beschlusses motivieren, um das Denkmal auf diesem Wege an Ort und Stelle zu halten.

Liebe Bad Nenndorfer, machen Sie diesem unsäglichen Thema ein Ende und das einzig Richtige: Entfernen Sie das Agnes Miegel Denkmal per Bürgerentscheid aus dem Kurpark. Zeigen Sie, dass ihnen an einer ehrlichen und konsequenten Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit gelegen ist. Dann kommen wir und viele andere gerne weiter in Ihren schönen Kurort.

Thomas Berger, Lauenau



Wunschdenken statt Kopfrechnen!

Am 30.10.2013 beschloß der Rat der Stadt BN mit 13 gegen 7 Stimmen, das Agnes-Miegel-Denkmal aus dem öffentlichen Raum Kurpark zu entfernen. Dagegen wurde von der Agnes-Miegel-Gesellschaft (AMG) ein Bürgerbegehren gestartet, das nach 6 Monaten intensiver Unterschriftensammelei wenig mehr als die erforderlichen 890 gültigen Stimmen pro Denkmal erbracht hat. Und nun soll lt. Herrn Frank Steen (Wählergemeinschaft Nenndorf) der daraus resultierende Bürgerentscheid ausfallen, weil ?sich schon so viele Bürger für den Verbleib des Denkmals ausgesprochen haben?? (SN v. 1.11.14) Nach Meinung des Pressesprechers der AMG, Herrn Detlef Suhr, ist ? der Stadtrat ... nun gefordert, die beschlossene Entfernung des Denkmals per neuem Beschluss rückgängig zu machen - und damit dem Wunsch der meisten Nenndorfer zu entsprechen.? (http://www.kul-tours.de/bad-nenndorf-agnes-miegel.htm)

In einer Demokratie gelten bekanntermaßen Mehrheitsmeinungen und -beschlüsse. Von den ca. 9000 wahlberechtigten Nenndorfern haben sich etwa 11 % für den Erhalt des Denkmals mit ihrer Unterschrift ausgesprochen - und das soll nun die Mehrheit sein? Das ist Wunschdenken statt Kopfrechnen! Warum haben denn innerhalb von 6 Monaten nicht deutlich mehr Menschen die Listen der AMG unterschrieben? Genug Gelegenheiten gab es ja wohl! Pressewirksam und vollmundig wurde im Februar dieses Jahres das Bürgerbegehren pro Denkmal gestartet : ?Die Bürger wollen sich vom Rat nicht vorschreiben lassen, was mit dem Denkmal geschieht.? Auch die Nenndorfer CDU schreibt auf ihrer Homepage: ?Die Bürger sollen entscheiden, ob das Agnes-Miegel-Denkmal aus dem Kurpark entfernt werden soll oder nicht.?

Gilt nun ein geschriebenes Wort, oder gilt es nicht? Der Bürgerentscheid muß durchgeführt werden - die Bürger sollen entscheiden!

Jürgen Uebel, Bad Nenndorf 3.11.2014


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Hallo Niedersachsen: Streit um Agnes Miegel Denkmal

"Streit um Agnes Miegel Denkmal
Hallo Niedersachsen - 18.05.2014 19:30 Uhr

Die Schriftstellerin Agnes Miegel war eine bekennende Nationalsozialistin. Daher sind viele empört über ihre Statue in Bad Nenndorf - aber auch wegen der geplanten Entfernung."

Streit um Agnes Miegel Denkmal


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Amtliche Bekanntmachung zum Bürgerbegehren Agnes-Miegel-Denkmal


Aufmerksamen Lesern der Schaumburger Nachrichten wird es nicht entgangen sein: auf Seite 8 der Ausgabe vom 27.10.14 findet sich eine "Amtliche Bekanntmachung (AB ) der Stadt Bad Nenndorf über ein Bürgerbegehren sowie die Durchführung eines Bürgerentscheides" über den Verbleib des Agnes-Miegel-Denkmals im Kurpark.

Der Verwaltungsausschuß (VA) der Stadt BN hat in seiner Sitzung vom 15.10.14 die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens festgestellt (ca. 950 gültige Unterschriften, bei 890 erforderlichen, sowie formal korrekt) und die Durchführung des Bürgerentscheides über das Bürgerbegehren für Sonntag, den 11.Januar 2015 beschlossen.

Im letzten Absatz der AB wird darauf hingewiesen, daß der VA dem Rat einen Antrag vorlegt, über die Rücknahme des Ratsbeschlusses vom 30.10.13 und damit über den Verbleib des AM-Denkmals im Kurpark BN zu entscheiden.
Der Rat kann den Bürgerentscheid abwenden, indem er zuvor vollständig oder im Wesentlichen im Sinne des Bürgerbegehrens entscheidet. Die betreffende öffentliche Ratssitzung findet am Mittwoch, 12.11.14 statt. Alles klar?

Übersetzt heißt das, die erforderliche Anzahl Stimmen für einen Bürgerentscheid ist so gerade eben erreicht worden. Jetzt kann also der Bürgerentscheid durchgeführt werden, einige Leute wollen das aber gar nicht.

Während beim Bürgerbegehren für den Erhalt des Kurhauses im vergangenen Jahr nach Feststellung der Zulässigkeit gleich klar war, daß am Tag der Bundestagswahl 2013 (22.9.2013) der Bürgerentscheid durchgeführt wird, und ein erneuter Ratsbeschluss gar nicht erst beantragt wurde, möchten einige Abgeordnete der CDU und der WGN (Wählergemeinschaft Nenndorf) im VA den Bürgern lieber nicht die Entscheidung überlassen. Sie hoffen wohl auf ein Umfallen einiger Abgeordneter im Stadtrat, die zuvor für eine Entfernung des AM-Denkmals aus dem Kurpark gestimmt haben, und möchten so den Bürgerentscheid umgehen. (Die amtlichen Bekanntmachungen im Vergleich als PDF!)

Woran kann das liegen? Trauen die Betreffenden den Nenndorfern nicht zu, kompetent über diese Angelegenheit zu entscheiden?

Auf der Homepage der CDU hört sich das so an:
Jetzt auch Begehren zu Agnes Miegel

"Jetzt auch Begehren zu Agnes Miegel
Bürger sollen über Zukunft des Denkmals entscheiden

Kein halbes Jahr nach dem Bürgerentscheid über das Kurhaus in Bad Nenndorf ist in der Kurstadt ein weiteres Bürgerbegehren angelaufen: Die Bürger sollen entscheiden (Hervorhebung von mir), ob das Agnes-Miegel-Denkmal aus dem Kurpark entfernt werden soll oder nicht.

Vertreter der neu gegründeten ?Initiative Agnes Miegel bleibt? wollen damit die Ende Oktober vom Rat beschlossene Entfernung des Denkmals verhindern. Wie beim Kurhaus ist es also das Ziel der Unterstützer, einen gefällten Ratsbeschluss mit der Mehrheit der Bürger zu kippen. Die nötigen Unterlagen sind in dieser Woche im Rathaus eingereicht worden.
Vertretungsberechtigte des Bürgerbegehrens sind Annemete von Vogel, stellvertretende Vorsitzende der Agnes-Miegel-Gesellschaft, und deren Pressesprecher, Detlef Suhr.
In den kommenden Wochen können die Bürger der Stadt Bad Nenndorf unter anderem in mehreren Geschäften, an Informationsständen und während der Öffnungszeiten im Agnes-Miegel-Haus ihre Stimme für das Bürgerbegehren abgeben....."
(Zitat Ende)

Die Bürger sollen also entscheiden. Warum will man sie dann nicht entscheiden lassen? Vielleicht wegen der Kosten (ca. 6000 Euro), die bei der Durchführung eines Bürgerentscheides der Kommune entstehen? Ist uns diese Möglichkeit der Praktizierung von direkter Demokratie das Geld nicht wert? Ich bin mir sicher, daß Sponsoren die Kosten übernehmen können! Im übrigen war vor Betreiben des Bürgerbegehrens klar, daß diese Kosten entstehen werden.

Oder haben folgende Überlegungen von Detlef Suhr, Pressesprecher der Agnes-Miegel-Gesellschaft, etwas mit diesem Sinneswandel zu tun?

Bad Nenndorf: Stadt der Literatur - dank Agnes Miegel

"15.8.2014: Inge Meyer und Ludwig Kast von der Agnes-Miegel-Gesellschaft überreichten heute 243 Unterschriftenlisten mit insgesamt 1271 Unterschriften für die Erhaltung des Agnes-Miegel-Denkmals im Bad Nenndorfer Kurpark an die Stadtverwaltung Bad Nenndorf. Die erforderliche Zahl von 890 Unterschriften ist damit bei weitem übertroffen. Der Stadtrat ist nun gefordert, die beschlossene Entfernung des Denkmals per neuem Beschluss rückgängig zu machen - und damit dem Wunsch der meisten Nenndorfer zu entsprechen. Damit könnte dann auch ein aufwendiger Bürgerentscheid vermieden werden..(Hervorhebungen von mir).. " (Zitat Ende)

Mal davon abgesehen, daß die rund 950 gültigen Unterschriften knapp über den erforderlichen 890 liegen - wie errechnet man daraus die "meisten Nenndorfer"?

Bei der letzten Kommunalwahl 2011 waren in Bad Nenndorf ca. 8900 Menschen wahlberechtigt, diese Zahl ist auch die Grundlage für die Quoren beim aktuellen Bürgerbegehren und Bürgerentscheid. Also haben sich in 6 Monaten intensiver Unterschriftensammelei incl. Beilage im Schaumburger Wochenblatt (das an alle Haushalte ging) in ganz Bad Nenndorf ca. 11% der Stimmberechtigten für den Erhalt des AM-Denkmals ausgesprochen.

Sind das die "meisten Nenndorfer"?

Beim Pressesprecher der AMG liest sich das so:
Bad Nenndorf: Stadt der Literatur - dank Agnes Miegel

"Bürgerbegehren gegen die Entfernung des Agnes-Miegel-Denkmals gestartet. Jetzt entscheiden die Nenndorfer Bürger!

Überwältigende Zustimmung der Bevölkerung zeigt sich schon an den ersten Tagen.
28.2.2014: Die "Initiative Agnes Miegel bleibt" stößt schon in den ersten Tagen auf große Zustimmung bei der Nenndorfer Bevölkerung. Auf allen Wegen - per Sammlung in der Stadt, per Download der Fragebögen aus dem Internet und Abgabe im Agnes-Miegel-Haus oder durch Bürger, die ganze ausgefüllte Fragebögen an die Vertretungsberechtigten übergeben oder senden - das Bürgerbegehren entwickelt sich zu einem großen Erfolg. Der Ratsbeschluss zur Entfernung des Denkmals aus dem Kurpark über die Köpfe der Bevölkerung hinweg ist in den Augen der meisten Nenndorfer ein ausgewachsener Skandal. Die Bürger wollen sich vom Rat nicht vorschreiben lassen, was mit dem Denkmal geschieht.

Am Dienstag, den 18.2.2014 hatten mehrere Vertreter der neugegründeten ?Initiative Agnes Miegel bleibt? ein Bürgerbegehren gegen die vom Rat beschlossene Entfernung des Agnes-Miegel-Denkmals aus dem Kurpark Bad Nenndorf bei Stadtdirektor Bernd Reese und dem stellvertr. Stadtdirektor Heinrich Bremer angezeigt. Der Verein "Mehr Demokratie e.V." hat der Initiative beratend zur Seite gestanden.

Nun entscheiden also die Bürger über den Verbleib des Denkmals. Seit dem 18.2.2014 werden Unterschriften für das Bürgerbegehren gesammelt. Der Ratsbeschluss zur Entfernung des Denkmals war am 30.10.2013 erfolgt, obwohl weder der Eigentümer (die Agnes-Miegel-Gesellschaft) noch der Stifter des Denkmals ihre Einwilligung dazu gegeben hatten. Eine renommierte Anwaltskanzlei aus Stadthagen hatte den Ratsbeschluss als rechtlich anfechtbar beurteilt. Viele Nenndorfer Bürger bekundeten inzwischen gegenüber der Agnes-Miegel-Gesellschaft ihren Unmut über diesen Ratsbeschluss...."
(Zitat Ende)

Ist die Zustimmung der Nenndorfer Bürger zu den Positionen der Agnes-Miegel-Gesellschaft vielleicht doch nicht so "überwältigend"? Fürchtet man auf interessierter Seite, der Bürgerentscheid könnte an mangelnder Beteiligung bzw. Zustimmung scheitern?

Immerhin wären am 11.1.2015 mindestens 2200 Stimmen pro Agnes Miegel abzugeben, um den Ratsbeschluß vom 30.10.13 zur Entfernung des Denkmals aus dem Kurpark zu kippen.

Die Betreiber und Unterstützer des Bürgerbegehrens sollten jetzt beim Wort genommen werden:
"Die Bürger wollen sich vom Rat nicht vorschreiben lassen, was mit dem Denkmal geschieht."

Wer vollmundig und pressewirksam die Entscheidung der Bürger fordert, soll sie auch ermöglichen und nicht verhindern! Die Bürger sollen entscheiden!


Jürgen Uebel, Bad Nenndorf

Link zur Amtlichen Bekanntmachung: AB: Bürgerbegehren zum Agnes Miegel Denkmal



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