Bündnis gegen Rechtsextremismus e.V.

Literatur / TV

Schriftenreihe (Bd. 1396) der bpb: Wider die Gleichgültigkeit!


Schriftenreihe (Bd. 1396) - Wider die Gleichgültigkeit!

Aktiv gegen Rechtsextremismus: Perspektiven, Projekte, Tipps



"Rechtsextreme melden eine Kundgebung auf dem Marktplatz an, in der Schule werden vermehrt rassistische Witze erzählt, bei einem Fußballspiel werden Spieler mit Migrationsgeschichte beschimpft ? typische Beispiele für Rechtsextremismus und Rassismus in Alltagssituationen. Wie kann man sich dagegen engagieren? Und was kann zivilgesellschaftliches Engagement bewirken? Ein Sammelband mit Beispielen aus der Praxis.

Herausgeber: Julia Hasse / Gregor Rosenthal, Seiten: 272, Erscheinungsdatum: 22.11.2013, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 1396"


Mit einem Beitrag über die Bündnisarbeit in Bad Nenndorf:

Wider die Gleichgültigkeit!




Link: Schriftenreihe (Bd. 1396)- Wider die Gleichgültigkeit!


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NDR: Held des Nordens 2013



"Mit großem Vorsprung wurde Phillip Buchholz von den Lesern der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, der Kieler Nachrichten, der Ostsee Zeitung, dem Hamburger Abendblatt und den Hörern von NDR Info zum "Helden des Nordens" gewählt. Auf Platz zwei folgt Sigrid Bade, die sich in Bad Nenndorf gegen Neonazi-Aufmärsche einsetzt. Die dritt meisten Stimmen bekam Arwin Mostauli. Der 19-jährige Hamburger galt früher als Problemkind. Heute lehrt er Jugendliche tolerant und fair zu sein."


Phillip Buchholz ist der Held des Nordens 2013


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NDR sucht die "Helden des Nordens 2013"

Der NDR sucht die "Helden des Nordens 2013". "Unsere" Sigrid Bade vom VfL ist auch dabei, weil sie sich im Bündnis BNib "offen und unerschrocken" gegen Nazi-Aufmärsche und Rechtsextremismus einsetzt.

Abgestimmt werden kann noch bis Mittwoch, 18. Dezember, 12 Uhr!

Wir drücken dir die Daumen, Sigrid - eine tolle Anerkennung für dich und das Bündnis!

Stimmen Sie hier ab: Helden des Nordens 2013



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Das Ende der ersten deutschen Demokratie

Das Ende der ersten deutschen Demokratie
Von Birgit Kramp

Lange habe ich überlegt, wie man über das Ende der ersten deutschen Demokratie, der Weimarer Republik am 23.3.1933, angemessen berichten könnte. Vieles habe ich darüber gelesen, manches hat mich erschüttert, einiges hat mich sehr wütend gemacht und anderes wiederum hat mich zutiefst berührt und beeindruckt.

Deshalb möchte ich heute nicht darauf eingehen, warum oder wie es vielleicht zum Ende der Weimarer Republik gekommen ist, sondern möchte stattdessen mit Hilfe von Auszügen aus der SPD- Broschüre ?Otto Wels ? Mut und Verpflichtung? an den Mut der 94 Abgeordneten erinnern, die als einzige gegen das Ermächtigungsgesetz gestimmt haben.

Josef Felder im Jahre 1982 über die Umstände des 23.3.1933:

'Die SPD-Fraktion hatte am 22. und am Vormittag des 23 noch eingehend über ihre Haltung zum Ermächtigungsgesetz beraten. Es handelte sich um die Entscheidung darüber, ob die Fraktion überhaupt an der Sitzung teilnehmen sollte. Es gab einige Kollegen, darunter vor allem den Reichsbanner-Vorsitzenden Höltermann, die hartnäckig die Meinung vertraten, den Präsidenten Göring eine scharfe Entschließung zu übermitteln und dann abzureisen. Diese Meinung fand keine Mehrheit. Otto Wels wehrte sich ebenso wie der um viele Jahre jüngere Dr. Schumacher energisch gegen ein Fernbleiben von der Sitzung. Die Abgeordnete aus Schleswig-Holstein, Luise Schröder, geriet in Erregung. Sie sprang auf und forderte leidenschaftlich: ?Keiner darf fernbleiben! Ich gehe hinüber und wenn sie mich in Stücke reißen. Man muss vor aller Welt den Nazis widersprechen und mit Nein stimmen.? Auch Clara Bohm-Schuch wandte sich zornig gegen Höltermann. Jeder Satz der Rede, die Otto Wels halten wollte, wurde nun in reger Diskussion abgewogen[?].

Der Zentrumsabgeordnete Joos, ein sehr achtbarer christlicher Arbeiterführer aus Köln, nahm während unserer Fraktionssitzung mehrmals Verbindung mit uns auf, um uns über den Verlauf der Beratungen beim Zentrum zu unterrichten. [?]

Die Ankündigung der Kanzlerrede hatte eine riesige Menschenmenge in Bewegung gesetzt. Agitatoren der NSDAP peitschten sie unaufhörlich mit Zurufen an. Sprechchöre brandeten zu den Fraktionszimmern, die teilweise im Reichstag noch benutzbar waren, hinauf, um den Abgeordneten der bürgerlichen Mitte und der SPD begreiflich zu machen, dass der Reichstag bewusst unter äußersten Druck gesetzt werde. ?Wir wollen das Ermächtigungsgesetz, sonst gibt`s Zunder! Nieder mit den roten Schuften und Landesverrätern!? Kein Wunder, dass die unheimliche Situation in der SPD-Fraktion psychische Belastungen und so bei manchem die Meinung auslöste, in die Kroll-Oper hinüberzugehen, bedeute vielleicht Selbstmord.

So wurde der Weg vom Wallotbau zur Kroll-Oper zum Dornenpfad. Die Schutzpolizei hielt nur eine schmale Gasse in der Menschenbrandung für die Abgeordneten frei. Unmittelbar vor dem Portal der Kroll-Oper erlebten wir die Verhaftung des ehemaligen Ministers Carl Severing. Auf Intervention von Göring kam er wieder frei und konnte nachträglich noch seine Neinstimme abgeben. Der ebenfalls verhaftete Abgeordnete Dr. Julius Leber kam nicht mehr frei.

Hitler ließ wie ein Star auf sich warten. Die Abgeordneten zeichneten sich in die Anwesenheitsliste ein, bewitzelt von schlaksigen SA- und SS-Führern, die aus dem ganzen Reich eingeladen waren, um dem großen Schauspiel beizuwohnen. [?]

Hitler und sein Gefolge kamen in Parteiuniform im Sturmschritt und mit erhobener Hand. Die Botschafter und Gesandten der fremden Mächte und die sonstige Prominenz erwateten ihn in den vollgepfropften Logen stehend, während die gestiefelten Nazis die Hacken zusammenschlugen wie eine preußische Gardekompagnie. Die bürgerliche Mitte und die SPD nahmen sichtlich betroffen und schweigend Platz. [?]

In diesem Augenblick geschah etwas Ungewöhnliches: SA- und SS-Leute betraten in völlig unzulässiger Weise den Raum der Abgeordneten und bildeten einen dichten Kordon um die Sitze der SPD. Ihre gezischten Drohungen und billigen Witze verstummten erst, als Hitler mit seiner programmatischen Rede begann. Bei jedem seiner sarkastischen Hiebe gegen die SPD fieberten die braunen Gäste um uns und es sah mehr als einmal so aus, als können sie den Zeitpunkt einer ?persönlichen Abrechnung? mit uns nicht erwarten. [?]

Die Sitzung wurde nur für die Dauer von etwa drei Stunden unterbrochen, um den Fraktionen ? im alten Reichstag ? Zeit für ihre Schlussberatungen zu lassen. Warnend, ja beschwörend kam der Abgeordnete Joos nochmals zu uns: ?Reist ab oder sagt ja, ihr seid in Lebensgefahr!? Auch der Zentrumsabgeordnete Dr. Dessauer warnte einige Kollegen.

Die Fraktion billigte einige Abwesenheitsmeldungen für jüdische Kollegen aus menschlich sehr erklärbaren Gründen. Über 20 Abgeordnete befanden sich in ?Schutzhaft?, so dass die verbleibenden 94 nun die endgültige Entscheidung zu treffen hatten. Es kam zu einem dringenden Appell jüngerer Abgeordneter, Otto Wels solle die Antwort der SPD an Hitler an sie abgeben. Auch Dr. Schumacher war dazu bereit. [?]

Am Spätnachmittag des 23. März erhielt sofort nach Sitzungsbeginn Otto Wels unter gespanntester Aufmerksamkeit des Hauses das Wort.

Würdevoll, äußerst beherrscht und ohne jedes Zeichen von Furcht stand er am Rednerpult. Unser Beifall zu besonders markanten Sätzen löste Zischen und Zwischenrufe um uns herum aus, während die Nazi-Abgeordneten sich überraschend ruhig verhielten. Göring winkte der SA wiederholt unwillig ab und sagte dann mit schneidender Stimme: ?Die Abrechnung ist Sache des Führers!? Hitler machte einen nervösen Eindruck, notierte eifrig auf kleine Zettel und schüttelte mehrmals den Kopf.

Höhnisches Gelächter der Rechten übertönten unseren Beifall und dann stürzte Hitler förmlich ans Rednerpult: ?Spat kommt Ihr, doch Ihr kommt!? Und nun folgte eine Flut von böswilligen Behauptungen und Anklagen gegen die Sozialdemokraten, unter völliger Missdeutung politischer und geschichtlicher Fakten. Zwischenrufe aus den Reihen der SPD mischten sich mit Heil- und Bravo-Rufen der Rechten. Göring zu gewandt: ?Ruhe! Jetzt rechnet der Führer ab!? Die bürgerliche Mitte verhielt sich schweigend.'

Die bürgerliche Mitte verhielt sich schweigend.

Auch heute schweigen noch viele Menschen wenn Rechtsextreme auf Straßen und Plätzen Macht demonstrieren wollen oder versuchen mit ihren dumpfen Parolen die Köpfe und Herzen der Menschen zu erreichen. Aber auch heute ist es wieder wichtig, dass Rechtsextremen klar widersprochen wird!

Auszüge der Rede von Sebastian Edathy am 01.08.2008 auf einer Veranstaltung vom Bürgerbündnis Bad Nenndorf ist bunt:

'...der deutsche Bundestag hat vor wenigen Wochen an das Jahr 1933 erinnert. Man hat lange Zeit gesprochen in den letzten Jahrzehnten von dem Jahr der Machtergreifung. Der Titel der Gedenkstunde im deutschen Bundestag lautete aber nicht "75. Jahrestag der Machtergreifung" sondern "75. Jahrestag der Selbstaufgabe der Demokratie in Deutschland". Ich glaube das entspricht den historischen Tatsachen weit mehr als von einer Machtergreifung zu sprechen.

Denn was war geschehen in den 30er Jahren? Massenarbeitslosigkeit gab es nicht nur in Deutschland damals, auch in den USA. Aber in Deutschland kam es zur Errichtung einer menschenverachtenden, einer antihumanen Diktatur. Und die Demokratie in Deutschland, die Weimarer Republik, ist damals nicht an zu vielen Arbeitslosen gescheitert, sondern an zu wenig Demokratinnen und Demokraten, die bereit waren sich einzusetzen für den Erhalt der Demokratie.

Und wenn wir uns heute vor Augen halten, das wir Jahr für Jahr, deutlich mehr als 10.000 rechtsextremistische Straftaten in Deutschland zu verzeichnen haben, wenn wir feststellen müssen das davon etwa 1.000 Delikte im Jahr Gewalttaten sind, wenn wir also feststellen müssen das jeden Tag in Deutschland zwei, drei Menschen körperlich zu Schaden kommen weil sie Opfer von Rechtsextremisten werden, dann müssen wir gemeinsam auch sagen Ja es ist wieder Zeit deutlich zu sagen, Demokratie zu erhalten und erhalten zu können.

Das ist keine Selbstverständlichkeit sondern es bedarf des Engagements nicht nur von Menschen die in gewählten Positionen oder aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit im Sicherheitsbereich da vielleicht besondere Verantwortung tragen, es ist Sache jedes einzelnen Bürgers, jeder einzelnen Bürgerin sich immer wieder vor Augen zu halten, das Demokratie stets verletzlich ist und das Demokratie der stetigen Weiterentwicklung zu ihrer Erhaltung bedarf. [?]

Natürlich muss man sich auch die Frage stellen, was kann man rechtlich tun, aber das enthebt uns nicht der Verantwortung zu sagen es geht nicht nur darum im Rahmen des Rechtsstaates den Aktionsradius von Menschenrechtsfeinden wirksam zu beschränken, wir müssen auch persönliche Verantwortung übernehmen das die Demokratie erhalten bleibt und weiterentwickelt werden kann, nicht nur am Freitag um 18:00 Uhr in Bad Nenndorf sondern dauerhaft. Und ich glaube das ist sozusagen unsere Verpflichtung als Demokratinnen und Demokraten, zu sagen all jene die den Kern des Gesellschaftsvertrages in Frage stellen, nämlich die Unantastbarkeit der menschlichen Würde, die müssen auf ein klares Nein stoßen, und die müssen auf klaren Widerstand stoßen.[?]'


Weiter Infos:

Die Rede von Otto Wels
1. Sitzung, Dienstag 21. März 1933
2. Sitzung, Donnerstag 23. März 1933



Herzlichen Dank an Sebastian Edathy für die freundliche Genehmigung, Auszüge seiner Rede zitieren zu dürfen!

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Extra 3: NPD-Resozialisierungsprogramm

Extra 3: NPD-Resozialisierungsprogramm




X3-Plakat zum runterladen:
NPD Resozialisierungsprogramm

Link zu Sendung von Extra 3:
Die größten Straftäter der NPD

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Hinweis auf eine Fernsehsendung: Ich bin raus

EinsExtra
Montag | 07.12.2009
23.30 - 00.00 (30 min.) 16:9 Stereo
Ich bin raus
Aussteiger aus der rechtsradikalen Szene

Zwei ehemalige Neonazis, Anführer von "Kameradschaften", erzählen, wie sie in die "Szene" kamen, was sie dort jahrelang faszinierte und wie sie den "Ausstieg" schafften.
Sie sind jetzt um die 30 Jahre alt. Schon als Schüler gehörten sie zur rechtsextremen Szene. Sie bereiteten sich für das "Vierte Deutsche Reich" vor, schlugen zu, verbreiteten Angst und versuchten mit Sozialarbeit und Lagerfeuerromantik neue Anhänger zu werben.

Bei dem Jungen aus Westdeutschland legte der Großvater mit seinen Heldengeschichten aus dem Zweiten Weltkrieg die Grundlage. Schon als Kinder war ihm somit das nationalsozialistische Denken vertraut. Dagegen bewegte den ehemaligen Jungpionier aus der ostdeutschen Provinz der Fall des "antifaschistischen Schutzwalls" gegen die BRD zum Umdenken. Nun wollte er auch dazu gehören, zum Land der "Faschisten". Übers Internet, über Musik und durch NPD-Zeitschriften und Schulungen erfuhr er, dass man der deutschen Demokratie nicht trauen dürfe. Die Alliierten hätten jeden Deutschen nach dem Krieg einer Gehirnwäsche unterzogen.
Die Lehrer in der Schule - In Ost wie in West - setzten sich nicht mit den Jugendlichen auseinander, und so lebten sie mit ihren Kameraden in einer eigenen "deutschen" Welt.

Durch die Hilfe der Aussteigerorganisation "EXIT" haben es diese zwei langsam geschafft, sich von ihrem alten Leben zu lösen. Das ist nicht ungefährlich. Heute gehen sie in Schulen und erzählen von ihrer Neonazizeit, um aufzuklären und etwas von ihren Schuldgefühlen zu verlieren.

Standort: Eins-Extra.de Programm

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Wege zur Erinnerung

Quelle: Schaumburger Landschaft - http://www.schaumburgerlandschaft.de





Das Projekt zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus in Schaumburg 2007 - 2008

Durch private Initiative wurde 2007 die Diskussion um das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in Schaumburg neu angestoßen. Eine Projektgruppe erhielt von der Politik den Auftrag, die Art der Erinnerung in einer breit angelegten öffentlichen Diskussion zu klären. Dank engagierter Bürgerbeteiligung wurde ein innovatives Konzept beschlossen, mit dem die zahlreichen Erinnerungsorte in Schaumburg besser vernetzt, weitere Forschungen und Schülerprojekte gefördert und die ehemalige Synagoge in Stadthagen zu einem Knotenpunkt dieses Netzwerks ausgebaut werden soll.

Das Buch dokumentiert die Ergebnisse und belegt zugleich den breiten politischen und gesellschaftlichen Konsens über Sinn und Notwendigkeit einer öffentlichen Erinnerung an die in der Zeit des Nationalsozialismus in Schaumburg begangenen Verbrechen.

Schaumburger Landschaft (Hg.)
Kulturlandschaft Schaumburg Band 19
2008.

Verlag für Regionalgeschichte

ISSN 1439-8338
ISBN 978-3-89534-714-6


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