Bündnis gegen Rechtsextremismus

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Pressespiegel vom 01.09.2010 - Rechtsextreme Gewalt in Bückeburg



Neonazis schlagen auf 27-jährigen Mann ein - 31.08.2010, Landeszeitung.de
'Bückeburg. Eine Gruppe von Rechtsradikalen hat am Samstagabend einen 27-jährigen Mann aus Kleinenbremen auf offener Straße im Stadtgebiet Bückeburgs verprügelt, getreten und mit Schlagstöcken am Kopf verletzt. Der Mann wurde in ein Krankenhaus gebracht. Erst als die Polizei eintraf, ließen die Täter von ihrem Opfer ab.

Mehrere Notrufe erreichten die Polizei am späten Samstagabend nach 22 Uhr. Anwohner hörten Schreie und sahen, wie eine Gruppe schwarz gekleideter junger Männer auf der Petzer Straße auf einen einzelnen Passanten eindrosch. Auch Autofahrer wurden Zeuge der Tat. Die Angaben über die Zahl der Täter variiert von über zehn bis 20 Männer.

Die Gruppe der Neonazis kam vom Gelände der Grundschule Im Petzer Feld, als sie den 27-Jährigen auf der Petzer Straße erblickte und als Aktivisten der Schaumburger Antifa identifizierte. Zunächst flogen Flaschen, dann Fäuste, schließlich wurde der Mann festgehalten und mit Schlagstöcken traktiert.

Die Polizei mobilisierte ein größeres Aufgebot, holte Verstärkung aus dem gesamten Landkreis sowie aus Minden. Im Einsatz waren 20 Beamte, darunter auch mehrere Hundeführer.

Vor dem Eintreffen des ersten Streifenwagens löste sich die Gruppe auf und flüchtete in die Dunkelheit der angrenzenden Wohngebiete. Dennoch verlief die Fahndung nicht erfolglos: In der näheren Umgebung des Tatortes stellte die Polizei mehrere Personen, die zur rechtsradikalen Szene gehören.

Die Staatsschutz-Abteilung in Nienburg sucht weitere Zeugen für die Tat auf der Petzer Straße und Personen, die Angaben über das Auftreten der Gruppe schwarz gekleideter junger Neonazis vor der Tat machen können. Hinweise bitte an die Polizei in Bückeburg, Tel.: 05722 / 9593 0. '




Rechtsextremisten prügeln Antifa-Mitglied krankenhausreif - 31.08.2010, HAZ, dpa
'Eine Gruppe von bis zu 20 Neonazis hat am Wochenende einen Anhänger der antifaschistischen Szene in Bückeburg zusammengeschlagen. Mit Faustschlägen und Fußtritten traktierten die Rechtsradikalen ihr Opfer, das mit Platzwunden und Prellungen ins Krankenhaus kam.

Mehrere Neonazis haben in Bückeburg im Landkreis Schaumburg einen 27-jährigen Angehörigen der örtlichen Antifa-Szene auf offener Straße zusammengeschlagen. Das Opfer habe Platzwunden und Prellungen erlitten, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag und bestätigte einen Bericht der „Schaumburger Zeitung“.

Die Polizei habe von sich aus nicht über den Vorfall berichtet, weil zunächst noch weitere Maßnahmen gegen die mutmaßlichen Täter geplant gewesen seien.
Der 27-Jährige war am späten Samstagabend in einem Wohngebiet aus einer Gruppe von 10 bis 20 schwarz gekleideten jüngeren Männern heraus angepöbelt und dann angegriffen worden. Die Täter, die nach Erkenntnissen der Polizei der regionalen Neonaziszene angehören, attackierten das Opfer mit Fußtritten und schlugen mit Fäusten und Gegenständen auf ihn ein. Der Mann wurde später verletzt ins Krankenhaus gebracht.

Als die von Anwohnern und Autofahrern alarmierte Polizei mit mehreren Streifenwagen eintraf, flüchteten die Täter. Die Beamten konnten jedoch mehrere der Neonazis fassen. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. '





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Petition an den "Fürsten"

Sehr geehrter durchlauchtigster und hochgeborener
gnädiger Fürst und Herr

Wir bitten Eure fürstliche Gnaden diese Petition zum Demonstrations- und Versammlungsrecht in Bad Nenndorf zu beachten und zu prüfen und an die hohen Damen und Herren zu Landkreis Schaumburg und Justizministerium zu Hannover sowie Frau Justitia in den Hohen Gerichten zu Hannover und Lüneburg weiterzuleiten.

Vorzugsweise im Monat Augustus fallen braune Horden in diese Stadt ein. Geleitet von sichernden, uniformierten Kräften marschieren sie zum Wincklerbad, um verfälschende Reden zu halten, rechtsradikale Botschaften zu künden und zum Abschluss am Bahnhof verbotene Lieder zu singen. Den braven Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt verbleibt in Ohnmacht Einschränkungen mannigfaltiger Art zu ertragen – seit Anno 2006 jährlich zunehmend wiederkehrend.

Wir bitten Euer Hochwohlgeboren diese Einschränkungen uns braven Bürgerinnen und Bürgern zu nehmen durch ein „Verbot des traurigen Marsches“ durch Bad Nenndorf.

Wir bitten, Frau Justitia - zuweilen arg in die Jahre gekommen - bezüglich der nachlassenden Sehkraft ihres rechten Auges zu fördern und zu stärken, damit die braven Bürgerinnen und Bürger dieses Kurortes zeitlich und örtlich Raum zur Wahrnehmung ihres Demonstrationsrechtes erhalten.
Ernstlich Sorge tragen Alt und Jung, dass die demokratischen Grundrechte hier im Landkreis Schaumburg über den Deister gehen.

Euer Hochwohlgeboren fördere und stütze die Gewaltigen der bildwerfenden und schreibenden Zunft, damit über die Grenzen unseres Landkreises Schaumburg hinaus ihr gewaltiges Medienecho die bunte Vielfalt und streitbare Kreativität Bad Nenndorfs künde: Bunt statt braun!

Wir erbitten Eure Unterstützung und entbieten Euch unseren untertänigen gehorsamen Dienst im Streite für Demokratie und Freiheit vor brauner Geißel und Willkür.

Bad Nenndorf, im Jahre 2010 des Herrn

den 27. Augustus

für Samtgemeinde Nenndorf und das Bündnis
„Bad Nenndorf ist bunt“




Hier geht`s zur Bildergalerie der Schaumburger Nachrichten:
900 Jahre Schaumburg: Der "Fürst" in Bad Nenndorf



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Rede von H-D Charly Braun

Bad Nenndorf 14.8.10 Rede von H-D Charly Braun
- DGB- und ver.di-Funktionär aus der Lüneburger Heide,
- Bündnissprecher gegen Rechts in der Westheide,
- DGB-Verantwortlicher der Jugendarbeit des Landesjugendring in Bergen-Belsen,
- und häufiger Gast im Landkreis Schaumburg
- es gilt das gesprochene Wort -
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Liebe Schaumburgerinnen und Schaumburger, liebe antifaschistische Freundinnen und Freunde,

ich komme vom DGB-Regionsvorstand aus der Lüneburger Heide und mehreren Bündnissen gegen Rechts aus der Westheide. Ich habe solidarische Grüße und einige KollegInnen mitgebracht.

Demokratischen Protest verbieten und Nazis die Straße frei machen - dieser Beschluss des Verwaltungsgericht Hannover ging auch dem Oberverwaltungsgericht zu weit. Wir dürfen heute zwar weniger als die faschistischen Heldenverehrer demonstrieren, aber wir haben Legalität für eine Protestaktion erreicht.
Von uns Nazi-GegnerInnen gehe mehr Gefahrt aus, meinten Hannovers Verwaltungsgerichter. JA, von uns geht Gefahr aus, nämlich die Gefahr die Demokratie gegen eine neue SA zu verteidigen. Ließen sich diese Richter etwa von den weißen Hemden der Nazis blenden? Die weißen T-shirts sind keine weißen Westen. Die braunen Unschuldslämmer verstecken so man bloß die zahllosen Blutspuren aus Programm und Praxis. Es handelt sich um Organisationen, die in Wort und Tat zutiefst rassistisch sind und sich bewußt selbst in die Tradition des größten Menschheitsverbrechen stellen.

Es ist an der Zeit Klartext zu reden. Bereits vor 1933 in der Weimarer Republik haben Justiz und Polizei oft den Nazis die Straßen frei gehalten. Das Verwaltungsgerichtsurteil vom Donnerstag 12.8.10 ist nicht nur ein kräftiger Tritt gegen alle DemokratInnen, sondern trägt enorm dazu bei, Zivilcourage zu kriminalisieren.

Ein umgetexteter SA-Vers klingt denn so:

Die Straße frei, den braunen Kameraden
AN marschiert mit festem Schritt und Tritt
Justiz und Staat, die sind ganz fest entschlossen
den Demokraten, zu geben einen derben Tritt

Vielen Innenministern scheint das wachsende Engagement von Menschen und Organisationen gegen Nazis nicht zu passen, - sind es doch die Regierenden selbst, die mit allerlei Gesetzgebung, Armut und sozialer Ausgrenzung von Erwerbslosen, MigrantInnen, Behinderten, Kranken, Rentnern und Mini-LöhnerInnen den Nazis den Boden bereiten. Nationalismus und Rassismus dient der Ablenkung von sozialem Widerstand.

Die Nazis sind erklärte Gegner von Demokratie, von sozialen und ArbeitnehmerInnenrechten, humanistischen Religionsgemeinschaften, selbstorganisierten sozial-solidarischen Lebensformen. Wer den Nazis Protest und Widerstand entgegensetzt und auf solche Weise entschieden Demokratie und Humanismus verteidigt, - Wer das tut, wird zum Extremisten oder Linksextremisten gestempelt, verunglimpft und bereits im voraus kriminalisiert. Da schwebt die Hoffnung mit, dass aus lauter Angst viele den Protesten gegen Nazis fernbleiben.
Wir sind heute totz alledem gekommen, wir sind Viele. Das ist gut so.

Während interessierte politische Kräfte mit dem Extremismus-Begriff Verteidigende der Demokratie mit den Trägern der verbrecherischen Weltanschauung gleichsetzen, sind Hannovers Verwaltungsrichter so blind auf dem rechten Auge, dass sie in Bad Nenndorf einzig den Gegnern der Demokratie das demokratische Recht der Versammlungsfreiheit zusprachen.
Bertold Brecht meint: Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber!
In welchem Wolkenkuckucksheim leben diese Richter? Glauben sie, die Nazis verhalten sich, ob solchen juristischen Geschenks künftig demokratisch?
Nazis, früher wie heute, beweisen in Programm und Praxis völlig ungeschminkt, zu was sie in der Lage sind. Vom Spruch "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen" bis zur "Vernichtung durch Arbeit" reicht die ernstgemeinte Ideologie der Faschisten.

Was Gericht und Staat nicht schaffen, - ich erinnere ans geplatzte NPD-Verbotsverfahren - müssen auch weiterhin wir tun: den Nazis keinen Platz auf Straßen, in Parlamenten und vor allem in Köpfen zulassen.




Was hier in Bad Nenndorf besonders auffällig passiert, findet auch andernorts statt. Zu Nazis und wie mit ihnen offiziell umgegangen wird, ein paar Beispiele aus der Lüneburger Heide.

Den Zeugen Jehovas wurde das Gemeindehaus in Walsrode ringsum bis zu den Dachrinnen mit Nazi-Sprüchen beschmiert. Obwohl in der Nähe eine Nazi-WG hauste, sind die Täter nie überführt worden.

Der antifaschistische Bürgermeister der Industriegemeinde Bomlitz hat es seit Jahren mit den Autonomen Nationalisten zu tun. An seine Wohnungstür klebten die spundjungen Nazis ein Plakat mit der Aufschrift "Linke haben Namen und Adressen - nicht vergeben, nicht vergessen!" Der Hauptakteur Julian Monaco ist inzwischen JN-Landesvorsitzender.

Auf dem Soldatenfriedhof Essel nahe Hannover wurden in den 1980er Jahren durch große Bündnis-Demos die Heldenfeiern unter Führung der HIAG-Waffen-SS-Hannover für viele weitere Jahre verhindert. Inzwischen sind sie wieder da - und verjüngt. 2008 verwehrten aufgeblasene Verbindungsstudenten Beobachtern den Zutritt zum Friedhof. Anstatt hier einzuschreiten, hatte der lokale Polizeichef nichts besseres zu tun, als einen Fotografen an seiner Arbeit zu hindern. Tage später verharmloste der Polizeichef in der Presse die Waffen-SS-ler und ihre jungen Anhänger als "ganz normale Trauernde". Ich lade euch schon heute ein zum 2. antifaschistischen Sonntagsspaziergang am Volkstrauertag.

Wie vor Jahren z.B. in Auetal, verweigerte die Militärstadt Munster den Jusos Räume für ein Konzert gegen Rechts.

Dorfmark/ Bad Fallingbostel
31.3.10 Der im Landkreis Soltau-Fallingbostel (SFA) für Linksextremismus zuständige polizeiliche Staatsschutzbeamte ruft mich an. Herr Braun, in Dorfmark geht das Gerücht um, dass Sie zur Protestaktion gegen die Ludendorffer am Karfreitag, Leute zum "Entglasen" eingeladen haben. Der Beamte forderte sich schnell mit mir zu treffen und dann sollte ich doch tatsächlich zu dem Gerücht Stellung nehmen. Ich lachte schallend ins Telefon und forderte den Staatsschützer auf, doch stattdessen nach denen zu suchen, die die verleumdenden Gerüchte in die Welt setzten.
Trotz vieler Proteste und Aufklärung, beharren die Hotels und Pensionen klar und deutlich darauf, die antisemitischen und antichristlichen Ludendorffer, wie seit 30 Jahren, auch weiterhin als Gäste aufzunehmen. Der Tourismusverein lehnt klipp und klar jede Diskussion zu dem Thema ab. Hier werden selbst harmlose antifaschistische Proteste von Ordnungsbehörde, Polizei und Honoratioren als "das sind Gewalttätige" kriminalisiert.

Soltau 1.MAI 2010: ein für Linksextremismus zuständiger Staatsschützer sitzt in der ersten Reihe bei der DGB-Kundgebung. Als er angesprochen wird, antwortet er, dass er gekommen sei, weil der DGB auch eine Rede der Antifa angekündigt habe. Diese Rede wurde dann auch gehalten und zwar von der ver.di.Jugend. Als Veranstaltungsleiter habe ich sogleich die staatliche Bespitzelung des DGB öffentlich beschimpft.

Am 8.Mai 2010 zerschlagen Neonazis alle Scheiben des Jugendzentrum Walsrode und schmieren einen Spruch gegen den Zug-der-Erinnerung. Das Antifa-Konzert am Abend findet trotzdem statt. Eine Woche später zieht eine große Bündnis-Demo gegen Rechts durch Walsrode. Jürgen aus Bad Nenndorf ruft zum Protest am 14.August in seiner Stadt auf. Walsrodes Bürgermeisterin glänzt in Ihrer Stadt durch Abwesenheit beim Protest gegen Rechts.
Während der Fussball-WM sind Walsrodes Nazis in der ersten Reihe bei Straßenbesetzungen und Schwarz-Rot-Gold-Feiern.
Inzwischen stehen Walsrodes Nazis unter Verdacht in einem bewohnten Haus Feuer gelegt zu haben - aus Rache, weil eine Bewohnerin zuvor einen Nazi wegen Körperverletzung angezeigt hatte.

Die Kameradschaft "Snevern-Jungs" fehlt niemals in Bad Nenndorf. Zuhause in Schneverdingen haben sie versucht mittels Volkslauf, Beteiligung am kommunalen Müll sammeln, Preisskat und Blutspenden in der Gesellschaft Akzeptanz zu finden. Nach allerlei Auseinandersetzungen hat sich das Blatt gedreht. Die Kameraden werden inzwischen ausgepfiffen und ausgeschlossen. Nur das DRK (Rotes Kreuz) nimmt es bis heute hin, dass sich die Snevern-Jungs in ihrer homepage immer mal wieder als wohltätige Blutspender präsentieren. Kameradschaftsführer Matthias Behrens ist inzwischen stellvertretender NPD-Landesvorsitzender, hat Haare über seine Skinhead-Glatze wachsen lassen und besucht in feinem Zwirn Ratssitzungen in Lüneburg und etlichen anderen Orten.

In Lüneburg wurde jetzt eine Nazi-Frau aus ihrem Job als Kita-Erzieherin beurlaubt. Durch Mitarbeit bei NPD, der verbotenen HDJ usw. war der Stadt Lüneburg bekannt, wen sie da beschäftigte. Erst eine Journalisten-Nachfrage brachte die Stadt zum Handeln.

In Neuenkirchen bei Soltau konnten wir kürzlich mit Druck auf den widerwilligen Gastwirt weitere Nazi-Treffen in seiner Kneipe verhindern.

Rassismus gewinnt an Boden, wenn die Ausländerbehörde des Landkreises SFA ganze Familien in nächtlichen Polizeiaktionen abschiebt. Courage und den oft geforderten sog. Bürgersinn beweist in Bomlitz eine große Gruppe von Menschen, die seit Jahren die Rückkehr einer abgeschobenen Bomlitzer Familie fordert.
In Rotenburg/ Wümme schützt die Evangelische Kirche seit dem 22.4.10 zwei Roma-Frauen mit Kirchenasyl, damit sie nach 19 Jahren in Deutschland nicht in den Kosovo abgeschoben werden.

Nach diesen Beispielen zitiere ich mal Carl von Ossietzky:
"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat."

Die genannten Beispiele zeigen zugleich, dass wir Nazis ausbremsen können.
Wer sich hierzulande gegen Nazis wendet, verdient nicht Bespitzelung und Kriminalisierung, sondern den - noch zu erfindenden - Couragepreis.

Euer Stadtdirektor und Samtgemeinde-Bürgermeister Bernd Reese hat Recht mit seinen Worten: "Die Taktik, die Neonazis durch Ignorieren und Geringschätzung zu vertreiben, ist nicht aufgegangen."
Ihr seid hier, ihr alle beweist Courage, lasst euch nicht spalten, ihr habt einen Courage-Preis verdient. Die Nazi-Aufmärsche in Wunsiedel wurden erst verboten, nachdem sich auch der CSU-Bürgermeister zum Blockieren auf die Straße setzte.

Noch hält die Polizei der braunen Jauche in Bad Nenndorf die Straße frei, auf dass sie sich ordentlich ausbreiten kann. Auch das werden wir irgendwann beenden.

Das Beste, was wir an antifaschistischer Erziehung für unsere Kinder tun können, ist, selbst vorbildlich zu sein. Vorbildlich wie es jene tun, die gegen Sozialabbau und Ausgrenzung von Behinderten, Alten und Pflegebedürftigen eintreten. Wie jene, die in Rotenburg/ Wümme von Abschiebung Bedrohte mit Kirchenasyl schützen. Wie jene, die den Faschisten Straßen, Räume, Vereine, Internet, Parlamente und vor allem die Köpfe verwehren.

Um das tun zu können, brauchen wir das ungehinderte Versammlungsrecht und andere Grundrechte.
Verteidigen wir unsere demokratischen Rechte !

Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen !
Schluß mit den Nazi-Propaganda-Märschen in Bad Nenndorf und überall !



Kundgebung BNib 2010



Kundgebung BNib 2010




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DGB zu Schünemann-Vorwürfen wegen Neonazi-Demo

Widerspruch vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) erntet der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU) für seine Kritik an den Vorbereitungen zur Neonazi-Gegendemo am vergangenen Samstag in Bad Nenndorf. DGB-Landesvorsitzender Hartmut Tölle sagte: „Der Deutsche Gewerkschaftsbund engagiert sich intensiv, um friedlichen Protest gegen Rechtsextremismus und Rassismus zu organisieren. Durch die Koordination des DGB ist es in Bad Nenndorf gelungen, ein buntes Bündnis quer durch alle Bevölke-rungsschichten zu gründen. Bei der Vorbereitung und Durchführung setzt der DGB dabei immer auf die Kooperation mit den Behörden und der Polizei. Durch die Äußerungen des Innenministers wird dieses breite gesellschaftliche Bündnis bedauerlicherweise in Misskredit gebracht. Dabei wäre Herr Schünemann als Mitglied der Landesregierung aufgefordert gewesen, sich an prominenter Stelle an dem Bündnis zu beteiligen.“

Hartmut Tölle sagte, das Gesprächsangebot des Ministers zu einem Runden Tisch nehme er gerne an: „Wenn Irritationen entstanden sind, will ich diese Gelegenheit gerne nutzen, sie auszuräumen. Und gerade vor dem Hintergrund, dass die Neonazis in Bad Nenndorf bereits bis zum Jahr 2030 Demonstrationen angemeldet haben, macht ein Austausch zwischen dem Bad Nenndorfer Bündnis gegen Rechts, den Behörden und der Politik Sinn.“


DGB Niedersachsen Bremen
Sachsen-Anhalt


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Erklärung

LAGERARBEITSGEMEINSCHAFT BUCHENWALD-DORA e. V.

Berlin, 13. August 2010

Erklärung

In der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora e. V. vereinigte ehemalige Häftlinge der Konzentrationslager Buchenwald-Dora, Hinterbliebene und Angehörige sowie Antifaschisten, die das Vermächtnis der ehemaligen Buchenwalder wahren, erheben nachdrücklich Protest gegen die skandalöse Entscheidung des Verwaltungsgerichts Hannover, in Bad Nenndorf am 14. August 2010 Neofaschisten polizeigeschützt stiefeln zu lassen und die Protestkundgebung zu verbieten. Wir erklären uns mit den Kräften zivilgesellschaftlicher Gegenwehr solidarisch.

Dass es heute möglich ist, mit verwaltungstechnischen Tricks und juristischen Konstruktionen unter dem Deckmantel der Wahrung demokratischer Rechte den Widerstand von Gewerkschaften, Kirchen, demokratischen Parteien, der jüdischen Gemeinde, der Stadt- und Gemeinderäte und vieler Vereine regelrecht zu diskreditieren, ist skandalös.

Nicht genug damit, dass eine neofaschistische Partei mit Steuergeldern ihre verfassungsfeindlichen Aktivitäten finanzieren kann, werden Neofaschisten Tür und Tor geöffnet und zivilgesellschaftliche Gegenwehr unterbunden.

Die diese Entscheidung trafen, können keine Lehren aus der deutschen Geschichte gezogen haben.

Wir verlangen von den politisch Verantwortlichen:
Tragen Sie endlich wirkungsvoll dazu bei, den immer aggressiver werdenden neofaschistischen Spuk nachhaltig – auch administrativ – zu beenden. Unterstützen Sie zivilgesellschaftliches Engagement und engagieren Sie sich dafür, wenigstens den Teil des Schwurs von Buchenwald

DIE VERNICHTUNG DES NAZISMUS MIT SEINEN WURZELN IST UNSERE LOSUNG!

Wirklichkeit werden zu lassen.

Günter Pappenheim
Häftling Nr. 22514 im KZ Buchenwald
Vorsitzender
der Lagerarbeitsgemeinschaft
Buchenwald-Dora e. V.
Erster Vizepräsident
des Internationalen Komitees
Buchenwald-Dora und Kommandos

Erklärung-13.08.2010.pdf


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Reden vom 13.08. und 14.08.2010 und Interviews

Audiomitschnitte von radio flora

Freitag, 13.08.2010:

Protestkundgebung gegen Naziaufmarsch in Bad Nenndorf

Redner:
Jürgen Uebel, Bad Nenndorf ist bunt
Bernd Reese, Samtgemeindebürgermeister Bad Nenndorf
Andreas Kühne-Glaser, Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg der ev.-luth. Kirche
Stefan Bringer, Dekanat Bückeburg der katholischen Kirche


Samstag, 14.08.2010:

Kundgebung gegen Naziaufmarsch in Bad Nenndorf am 14.8.2010

Redner:
Dietmar Buchholz, Bad Nenndorf ist bunt
Sebastian Wertmüller, DGB
Pia Zimmermann, Landtagsabgeordnete Partei Die Linke
Charly Braun, DGB / Bündnisse aus der Heide
Bernd Reese, Samtgemeindebürgermeister Bad Nenndorf
Gudrun Wolter, AWO
Ursula Helmhold, Landtagsabgeordnete Die Grünen
Klaus-Dieter Drewes, Landratskanditat der CDU
Jörg Farr, Landratskandidat der SPD
Sigrid Leuschner, Landtagsabgeordnete der SPD
Katja Keul, Bundestagsabgeordnete Bündnis90/Die Grünen
Anna Jander, Mahnwache Faßberg
Karsten Becker, Vorsitzender des SPD-Unterbezirkes Schaumburg
Sebastian Edathy, Bundestagsabgeordneter der SPD


Proteste gegen den Naziaufmarsch in Bad Nenndorf - Interview mit Sebastian Wertmueller vom DGB

Proteste gegen Naziaufmarsch in Bad Nenndorf - Interview mit Juergen Uebel

Proteste gegen Naziaufmarsch in Bad Nenndorf - Interview mit Dietmar Buchholz




Radio flora hat uns an diesem Wochenende mit viel Engagement, Zeit und Knowhow unterstützt. Dafür vielen Dank, ganz besonders an die Floratechnik!


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Bad Nenndorf ist bunt sagt DANKESCHÖN!

Zwei sehr ereignisreiche Tage neigen sich ihrem Ende. Viele Schwierigkeiten mussten gemeistert werden. Als ich heute Morgen in die Hauptstraße zum Kundgebungsort gekommen bin war ich offengestanden schon ein wenig entmutigt und nicht sicher was dieser Tag bringen würde. Aber als dann zum Kundgebungsbeginn rund 1.000 Gegendemonstranten und viele Medienvertreter den kleinen Platz füllten hat mich das sehr berührt, dass so viele Menschen sich durch nichts und niemanden abschrecken lassen und den Nazis zeigen, dass Bad Nenndorf ein Ort der Vielfalt ist in dem menschenverachtendes Gedankengut keinen Platz finden soll.

Allen Helferinnen und Helfern, allen Bürgerinnen und Bürgern, allen Politikerinnen und Politikern und nicht zuletzt allen Medienvertretern ein herzliches Dankeschön!

Gemeinsam haben wir erreichen können, dass es bei diesem Naziaufmarsch zu keinen Ausschreitungen gekommen ist, und dass die Teilnehmerzahl der Gegendemonstranten höher war, als die der angereisten Nazis. Die Medien sprechen von rund 1.000 Gegendemonstranten und ca. 800 Nazis. Das kann die Demokratie aus meiner Sicht eindeutig als einen Erfolg verzeichnen!

Besonders gefreut habe ich mich über eine Mail, die sich mit folgenden Worten an Bad Nenndorf ist bunt richtet:

'Hallo liebe BNib Helfer
hier mal schnell das neue Video zur Kundgebung 2010.





Ihr habt tolle Arbeit geleistet !!!

Viele Grüße
bussfoerare'

Für diese tolle Arbeit und die Mühe möchten wir uns herzlich bedanken!

Heute werden wir uns alle ein wenig Ruhe gönnen, aber in den nächsten Tagen werden hier dann ein Bericht mit Fotos und die Medienberichte folgen.

Birgit Kramp
Webmasterin


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Veranstaltungsverbot für Demokraten und friedliche Demonstranten gegen Rechts

Der niedersächsische SPD-Landesvorsitzende Olaf Lies hat mit „größtmöglichem Unverständnis“ auf die Entscheidung des Verwaltungsgerichtes Hannover reagiert, den so genannten „Trauermarsch“ von Neonazis durch Bad Nenndorf zuzulassen, eine Gegendemonstration des Deutschen Gewerkschaftsbundes aber zu verbieten. „Diese Entscheidung ist nicht nachvollziehbar und schlecht für die Demokratie. Während Verfassungsfeinde das Recht der Versammlungsfreiheit genießen dürfen, wird engagierten Demokraten untersagt, eine Gegenveranstaltung abzuhalten“ sagte Lies am heutigen Freitag. Lies sagte, die Konsequenzen dieser Entscheidung seien „verheerend“. „Schon jetzt feiern die Rechten im Internet ihren Erfolg und gehen von einer großen Mobilisierung in den eigenen Reihen durch diese Entscheidung aus“, sagte Lies. Gerade vor diesem Hintergrund müsse das nun zuständige Oberverwaltungsgericht die Genehmigung der rechten Demonstration kurzfristig einkassieren. Wichtig sei jetzt, ein positives Zeichen zu setzten und die weiteren Veranstaltungen des Bündnisses „Bad Nenndorf ist bunt“ zu unterstützen.

Der Landesvorsitzende erklärte weiter, dass das NPD-Verbotsverfahren wieder auf die politische Tagesordnung gehöre. „Rechten Strukturen gehört das Wasser abgegraben. Ich fordere die Landesregierung auf, sich im Bundesrat engagiert für die Möglichkeiten eines NPD-Verbotes einzusetzen. Es darf nicht sein, dass Demokratiefeinde weiterhin aus Steuergeldern unterstützt werden“, so Lies.


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