Bündnis gegen Rechtsextremismus

Demonstration

Rede von H-D Charly Braun

Bad Nenndorf 14.8.10 Rede von H-D Charly Braun
- DGB- und ver.di-Funktionär aus der Lüneburger Heide,
- Bündnissprecher gegen Rechts in der Westheide,
- DGB-Verantwortlicher der Jugendarbeit des Landesjugendring in Bergen-Belsen,
- und häufiger Gast im Landkreis Schaumburg
- es gilt das gesprochene Wort -
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Liebe Schaumburgerinnen und Schaumburger, liebe antifaschistische Freundinnen und Freunde,

ich komme vom DGB-Regionsvorstand aus der Lüneburger Heide und mehreren Bündnissen gegen Rechts aus der Westheide. Ich habe solidarische Grüße und einige KollegInnen mitgebracht.

Demokratischen Protest verbieten und Nazis die Straße frei machen - dieser Beschluss des Verwaltungsgericht Hannover ging auch dem Oberverwaltungsgericht zu weit. Wir dürfen heute zwar weniger als die faschistischen Heldenverehrer demonstrieren, aber wir haben Legalität für eine Protestaktion erreicht.
Von uns Nazi-GegnerInnen gehe mehr Gefahrt aus, meinten Hannovers Verwaltungsgerichter. JA, von uns geht Gefahr aus, nämlich die Gefahr die Demokratie gegen eine neue SA zu verteidigen. Ließen sich diese Richter etwa von den weißen Hemden der Nazis blenden? Die weißen T-shirts sind keine weißen Westen. Die braunen Unschuldslämmer verstecken so man bloß die zahllosen Blutspuren aus Programm und Praxis. Es handelt sich um Organisationen, die in Wort und Tat zutiefst rassistisch sind und sich bewußt selbst in die Tradition des größten Menschheitsverbrechen stellen.

Es ist an der Zeit Klartext zu reden. Bereits vor 1933 in der Weimarer Republik haben Justiz und Polizei oft den Nazis die Straßen frei gehalten. Das Verwaltungsgerichtsurteil vom Donnerstag 12.8.10 ist nicht nur ein kräftiger Tritt gegen alle DemokratInnen, sondern trägt enorm dazu bei, Zivilcourage zu kriminalisieren.

Ein umgetexteter SA-Vers klingt denn so:

Die Straße frei, den braunen Kameraden
AN marschiert mit festem Schritt und Tritt
Justiz und Staat, die sind ganz fest entschlossen
den Demokraten, zu geben einen derben Tritt

Vielen Innenministern scheint das wachsende Engagement von Menschen und Organisationen gegen Nazis nicht zu passen, - sind es doch die Regierenden selbst, die mit allerlei Gesetzgebung, Armut und sozialer Ausgrenzung von Erwerbslosen, MigrantInnen, Behinderten, Kranken, Rentnern und Mini-LöhnerInnen den Nazis den Boden bereiten. Nationalismus und Rassismus dient der Ablenkung von sozialem Widerstand.

Die Nazis sind erklärte Gegner von Demokratie, von sozialen und ArbeitnehmerInnenrechten, humanistischen Religionsgemeinschaften, selbstorganisierten sozial-solidarischen Lebensformen. Wer den Nazis Protest und Widerstand entgegensetzt und auf solche Weise entschieden Demokratie und Humanismus verteidigt, - Wer das tut, wird zum Extremisten oder Linksextremisten gestempelt, verunglimpft und bereits im voraus kriminalisiert. Da schwebt die Hoffnung mit, dass aus lauter Angst viele den Protesten gegen Nazis fernbleiben.
Wir sind heute totz alledem gekommen, wir sind Viele. Das ist gut so.

Während interessierte politische Kräfte mit dem Extremismus-Begriff Verteidigende der Demokratie mit den Trägern der verbrecherischen Weltanschauung gleichsetzen, sind Hannovers Verwaltungsrichter so blind auf dem rechten Auge, dass sie in Bad Nenndorf einzig den Gegnern der Demokratie das demokratische Recht der Versammlungsfreiheit zusprachen.
Bertold Brecht meint: Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber!
In welchem Wolkenkuckucksheim leben diese Richter? Glauben sie, die Nazis verhalten sich, ob solchen juristischen Geschenks künftig demokratisch?
Nazis, früher wie heute, beweisen in Programm und Praxis völlig ungeschminkt, zu was sie in der Lage sind. Vom Spruch "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen" bis zur "Vernichtung durch Arbeit" reicht die ernstgemeinte Ideologie der Faschisten.

Was Gericht und Staat nicht schaffen, - ich erinnere ans geplatzte NPD-Verbotsverfahren - müssen auch weiterhin wir tun: den Nazis keinen Platz auf Straßen, in Parlamenten und vor allem in Köpfen zulassen.




Was hier in Bad Nenndorf besonders auffällig passiert, findet auch andernorts statt. Zu Nazis und wie mit ihnen offiziell umgegangen wird, ein paar Beispiele aus der Lüneburger Heide.

Den Zeugen Jehovas wurde das Gemeindehaus in Walsrode ringsum bis zu den Dachrinnen mit Nazi-Sprüchen beschmiert. Obwohl in der Nähe eine Nazi-WG hauste, sind die Täter nie überführt worden.

Der antifaschistische Bürgermeister der Industriegemeinde Bomlitz hat es seit Jahren mit den Autonomen Nationalisten zu tun. An seine Wohnungstür klebten die spundjungen Nazis ein Plakat mit der Aufschrift "Linke haben Namen und Adressen - nicht vergeben, nicht vergessen!" Der Hauptakteur Julian Monaco ist inzwischen JN-Landesvorsitzender.

Auf dem Soldatenfriedhof Essel nahe Hannover wurden in den 1980er Jahren durch große Bündnis-Demos die Heldenfeiern unter Führung der HIAG-Waffen-SS-Hannover für viele weitere Jahre verhindert. Inzwischen sind sie wieder da - und verjüngt. 2008 verwehrten aufgeblasene Verbindungsstudenten Beobachtern den Zutritt zum Friedhof. Anstatt hier einzuschreiten, hatte der lokale Polizeichef nichts besseres zu tun, als einen Fotografen an seiner Arbeit zu hindern. Tage später verharmloste der Polizeichef in der Presse die Waffen-SS-ler und ihre jungen Anhänger als "ganz normale Trauernde". Ich lade euch schon heute ein zum 2. antifaschistischen Sonntagsspaziergang am Volkstrauertag.

Wie vor Jahren z.B. in Auetal, verweigerte die Militärstadt Munster den Jusos Räume für ein Konzert gegen Rechts.

Dorfmark/ Bad Fallingbostel
31.3.10 Der im Landkreis Soltau-Fallingbostel (SFA) für Linksextremismus zuständige polizeiliche Staatsschutzbeamte ruft mich an. Herr Braun, in Dorfmark geht das Gerücht um, dass Sie zur Protestaktion gegen die Ludendorffer am Karfreitag, Leute zum "Entglasen" eingeladen haben. Der Beamte forderte sich schnell mit mir zu treffen und dann sollte ich doch tatsächlich zu dem Gerücht Stellung nehmen. Ich lachte schallend ins Telefon und forderte den Staatsschützer auf, doch stattdessen nach denen zu suchen, die die verleumdenden Gerüchte in die Welt setzten.
Trotz vieler Proteste und Aufklärung, beharren die Hotels und Pensionen klar und deutlich darauf, die antisemitischen und antichristlichen Ludendorffer, wie seit 30 Jahren, auch weiterhin als Gäste aufzunehmen. Der Tourismusverein lehnt klipp und klar jede Diskussion zu dem Thema ab. Hier werden selbst harmlose antifaschistische Proteste von Ordnungsbehörde, Polizei und Honoratioren als "das sind Gewalttätige" kriminalisiert.

Soltau 1.MAI 2010: ein für Linksextremismus zuständiger Staatsschützer sitzt in der ersten Reihe bei der DGB-Kundgebung. Als er angesprochen wird, antwortet er, dass er gekommen sei, weil der DGB auch eine Rede der Antifa angekündigt habe. Diese Rede wurde dann auch gehalten und zwar von der ver.di.Jugend. Als Veranstaltungsleiter habe ich sogleich die staatliche Bespitzelung des DGB öffentlich beschimpft.

Am 8.Mai 2010 zerschlagen Neonazis alle Scheiben des Jugendzentrum Walsrode und schmieren einen Spruch gegen den Zug-der-Erinnerung. Das Antifa-Konzert am Abend findet trotzdem statt. Eine Woche später zieht eine große Bündnis-Demo gegen Rechts durch Walsrode. Jürgen aus Bad Nenndorf ruft zum Protest am 14.August in seiner Stadt auf. Walsrodes Bürgermeisterin glänzt in Ihrer Stadt durch Abwesenheit beim Protest gegen Rechts.
Während der Fussball-WM sind Walsrodes Nazis in der ersten Reihe bei Straßenbesetzungen und Schwarz-Rot-Gold-Feiern.
Inzwischen stehen Walsrodes Nazis unter Verdacht in einem bewohnten Haus Feuer gelegt zu haben - aus Rache, weil eine Bewohnerin zuvor einen Nazi wegen Körperverletzung angezeigt hatte.

Die Kameradschaft "Snevern-Jungs" fehlt niemals in Bad Nenndorf. Zuhause in Schneverdingen haben sie versucht mittels Volkslauf, Beteiligung am kommunalen Müll sammeln, Preisskat und Blutspenden in der Gesellschaft Akzeptanz zu finden. Nach allerlei Auseinandersetzungen hat sich das Blatt gedreht. Die Kameraden werden inzwischen ausgepfiffen und ausgeschlossen. Nur das DRK (Rotes Kreuz) nimmt es bis heute hin, dass sich die Snevern-Jungs in ihrer homepage immer mal wieder als wohltätige Blutspender präsentieren. Kameradschaftsführer Matthias Behrens ist inzwischen stellvertretender NPD-Landesvorsitzender, hat Haare über seine Skinhead-Glatze wachsen lassen und besucht in feinem Zwirn Ratssitzungen in Lüneburg und etlichen anderen Orten.

In Lüneburg wurde jetzt eine Nazi-Frau aus ihrem Job als Kita-Erzieherin beurlaubt. Durch Mitarbeit bei NPD, der verbotenen HDJ usw. war der Stadt Lüneburg bekannt, wen sie da beschäftigte. Erst eine Journalisten-Nachfrage brachte die Stadt zum Handeln.

In Neuenkirchen bei Soltau konnten wir kürzlich mit Druck auf den widerwilligen Gastwirt weitere Nazi-Treffen in seiner Kneipe verhindern.

Rassismus gewinnt an Boden, wenn die Ausländerbehörde des Landkreises SFA ganze Familien in nächtlichen Polizeiaktionen abschiebt. Courage und den oft geforderten sog. Bürgersinn beweist in Bomlitz eine große Gruppe von Menschen, die seit Jahren die Rückkehr einer abgeschobenen Bomlitzer Familie fordert.
In Rotenburg/ Wümme schützt die Evangelische Kirche seit dem 22.4.10 zwei Roma-Frauen mit Kirchenasyl, damit sie nach 19 Jahren in Deutschland nicht in den Kosovo abgeschoben werden.

Nach diesen Beispielen zitiere ich mal Carl von Ossietzky:
"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat."

Die genannten Beispiele zeigen zugleich, dass wir Nazis ausbremsen können.
Wer sich hierzulande gegen Nazis wendet, verdient nicht Bespitzelung und Kriminalisierung, sondern den - noch zu erfindenden - Couragepreis.

Euer Stadtdirektor und Samtgemeinde-Bürgermeister Bernd Reese hat Recht mit seinen Worten: "Die Taktik, die Neonazis durch Ignorieren und Geringschätzung zu vertreiben, ist nicht aufgegangen."
Ihr seid hier, ihr alle beweist Courage, lasst euch nicht spalten, ihr habt einen Courage-Preis verdient. Die Nazi-Aufmärsche in Wunsiedel wurden erst verboten, nachdem sich auch der CSU-Bürgermeister zum Blockieren auf die Straße setzte.

Noch hält die Polizei der braunen Jauche in Bad Nenndorf die Straße frei, auf dass sie sich ordentlich ausbreiten kann. Auch das werden wir irgendwann beenden.

Das Beste, was wir an antifaschistischer Erziehung für unsere Kinder tun können, ist, selbst vorbildlich zu sein. Vorbildlich wie es jene tun, die gegen Sozialabbau und Ausgrenzung von Behinderten, Alten und Pflegebedürftigen eintreten. Wie jene, die in Rotenburg/ Wümme von Abschiebung Bedrohte mit Kirchenasyl schützen. Wie jene, die den Faschisten Straßen, Räume, Vereine, Internet, Parlamente und vor allem die Köpfe verwehren.

Um das tun zu können, brauchen wir das ungehinderte Versammlungsrecht und andere Grundrechte.
Verteidigen wir unsere demokratischen Rechte !

Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen !
Schluß mit den Nazi-Propaganda-Märschen in Bad Nenndorf und überall !



Kundgebung BNib 2010



Kundgebung BNib 2010




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Erklärung

LAGERARBEITSGEMEINSCHAFT BUCHENWALD-DORA e. V.

Berlin, 13. August 2010

Erklärung

In der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora e. V. vereinigte ehemalige Häftlinge der Konzentrationslager Buchenwald-Dora, Hinterbliebene und Angehörige sowie Antifaschisten, die das Vermächtnis der ehemaligen Buchenwalder wahren, erheben nachdrücklich Protest gegen die skandalöse Entscheidung des Verwaltungsgerichts Hannover, in Bad Nenndorf am 14. August 2010 Neofaschisten polizeigeschützt stiefeln zu lassen und die Protestkundgebung zu verbieten. Wir erklären uns mit den Kräften zivilgesellschaftlicher Gegenwehr solidarisch.

Dass es heute möglich ist, mit verwaltungstechnischen Tricks und juristischen Konstruktionen unter dem Deckmantel der Wahrung demokratischer Rechte den Widerstand von Gewerkschaften, Kirchen, demokratischen Parteien, der jüdischen Gemeinde, der Stadt- und Gemeinderäte und vieler Vereine regelrecht zu diskreditieren, ist skandalös.

Nicht genug damit, dass eine neofaschistische Partei mit Steuergeldern ihre verfassungsfeindlichen Aktivitäten finanzieren kann, werden Neofaschisten Tür und Tor geöffnet und zivilgesellschaftliche Gegenwehr unterbunden.

Die diese Entscheidung trafen, können keine Lehren aus der deutschen Geschichte gezogen haben.

Wir verlangen von den politisch Verantwortlichen:
Tragen Sie endlich wirkungsvoll dazu bei, den immer aggressiver werdenden neofaschistischen Spuk nachhaltig – auch administrativ – zu beenden. Unterstützen Sie zivilgesellschaftliches Engagement und engagieren Sie sich dafür, wenigstens den Teil des Schwurs von Buchenwald

DIE VERNICHTUNG DES NAZISMUS MIT SEINEN WURZELN IST UNSERE LOSUNG!

Wirklichkeit werden zu lassen.

Günter Pappenheim
Häftling Nr. 22514 im KZ Buchenwald
Vorsitzender
der Lagerarbeitsgemeinschaft
Buchenwald-Dora e. V.
Erster Vizepräsident
des Internationalen Komitees
Buchenwald-Dora und Kommandos

Erklärung-13.08.2010.pdf


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Reden vom 13.08. und 14.08.2010 und Interviews

Audiomitschnitte von radio flora

Freitag, 13.08.2010:

Protestkundgebung gegen Naziaufmarsch in Bad Nenndorf

Redner:
Jürgen Uebel, Bad Nenndorf ist bunt
Bernd Reese, Samtgemeindebürgermeister Bad Nenndorf
Andreas Kühne-Glaser, Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg der ev.-luth. Kirche
Stefan Bringer, Dekanat Bückeburg der katholischen Kirche


Samstag, 14.08.2010:

Kundgebung gegen Naziaufmarsch in Bad Nenndorf am 14.8.2010

Redner:
Dietmar Buchholz, Bad Nenndorf ist bunt
Sebastian Wertmüller, DGB
Pia Zimmermann, Landtagsabgeordnete Partei Die Linke
Charly Braun, DGB / Bündnisse aus der Heide
Bernd Reese, Samtgemeindebürgermeister Bad Nenndorf
Gudrun Wolter, AWO
Ursula Helmhold, Landtagsabgeordnete Die Grünen
Klaus-Dieter Drewes, Landratskanditat der CDU
Jörg Farr, Landratskandidat der SPD
Sigrid Leuschner, Landtagsabgeordnete der SPD
Katja Keul, Bundestagsabgeordnete Bündnis90/Die Grünen
Anna Jander, Mahnwache Faßberg
Karsten Becker, Vorsitzender des SPD-Unterbezirkes Schaumburg
Sebastian Edathy, Bundestagsabgeordneter der SPD


Proteste gegen den Naziaufmarsch in Bad Nenndorf - Interview mit Sebastian Wertmueller vom DGB

Proteste gegen Naziaufmarsch in Bad Nenndorf - Interview mit Juergen Uebel

Proteste gegen Naziaufmarsch in Bad Nenndorf - Interview mit Dietmar Buchholz




Radio flora hat uns an diesem Wochenende mit viel Engagement, Zeit und Knowhow unterstützt. Dafür vielen Dank, ganz besonders an die Floratechnik!


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Veranstaltungsabläufe am 13.- 14. 08.2010



Freitag, 13.08.10:

Ab 14:00 Uhr Bahnhofstr. vom Bahnhof bis zum Wincklerbad, Treffpunkt Eingang Medifit

- Ausschmücken mit Malereien, Transparenten, Plakaten, Girlanden, Fähnchen und Luftballons
- Vorbereitung eines bunten Tuches

17:00 Uhr Demostration vom Wincklerbad in Richtung Bahnhof

18:00 Uhr Kundgebung vor dem Bahnhof, Einstehen gegen Rechts

- Bad Nenndorf ist bunt, Sprecher Jürgen Uebel
- Samtgemeinde Bad Nenndorf, Sprecher Bernd Reese
- Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg der ev.-luth. Kirche, Sprecher Andreas Kühne-Glaser
- Dekanat Bückeburg der katholischen Kirche, Sprecher Stefan Bringer




Samstag, 14.08.10:

09:00 Uhr BüRo Spaziergang gegen Rechtsextremismus nach Bad Nenndorf zum Ökumenischen Gottesdienst

09:00 Uhr Ökumenischer Gottesdienst im Kurpark an der Muschel,

- Andreas Kühne-Glaser, Stefan Bringer, Marina Jalowja




Rückblick auf die Gegendemonstration 2009

Anti Nazi Demo August 2009 Bad Nenndorf


Quelle: youtube - bussfoerare

Bad Nenndorf ist bunt sagt Danke!


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Anreise und Stadtplan:

Anreise und Stadtplan:

PKW - Bus:
Autofahrer erreichen Bad Nenndorf über die A2 (Berlin-Ruhrgebiet) oder die Bundesstraßen B 65 und B 442. Die Anfahrt zu empfohlenen Parkplätzen von allen diesen Straßen wird am Demonstrationstag ausgeschildert sein. Öffentliche Parkplätze stehen im Bereich Gehrenbreite/Rotrehre zur Verfügung.

Stadtplan

Stadtplan Bad nenndorf

Routenplaner:

maps.google.de

falk.de

map24.com



Aktuelle News: Mittwoch, den 11.08.2010

Gegen 11:30 Uhr wurde uns von unserem Anwalt bestätigt, dass von der
Versammlungsbehörde die Verbotsverfügung eingegangen ist. Der sog.
"Trauermarsch" der NAZIS WURDE EBENFALLS VERBOTEN. Wir werden mit einem
Eilantrag gegen dieses Verbot vorgehen; wir rechnen damit, dass die Nazis
gleiches tun werden. Allerdings kann unsere Gegendemo im Augenblick nicht
weiter beworben werden.

Wir gehen davon aus, dass unser Antrag erfolgreich sein wird und unsere
Gegendemonstration stattfindet; allerdings erwarten wir eine Entscheidung
erst sehr spät - möglicherweise sogar erst am Samstag.

Die Veranstaltungen des VFL Bad Nenndorf, des Rodenberger Bündnisses sowie
der Ökumenische Gottestdienst sind nicht von einem Verbot betroffen; auch
unsere Veranstaltung am Freitag, den 13. August, findet ab 17 Uhr
(Treffpunkt Wincklerbad Bad Nenndorf, Bahnhofstr. Ecke Poststr.) statt. Die
Vorbereitungen für Plakatierung etc. beginnen am Freitag wie geplant um 14
Uhr.




Neonazis, Mitglieder rechtsradikaler Organisationen und deren Anhänger haben zu dieser Veranstaltung keinen Zutritt!



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Laut gegen Nazis

Beim Stöbern bin ich heute auf dem Blog von Laut gegen Nazis auf folgende Zeilen gestoßen:

'Hamburg-Bad Nenndorf: Am 01. August 2009 planen Rechtsextreme weiterhin ihren Aufmarsch in dem niedersächsischen Ort- auch auf unserer Kundgebung in Hamburg wollen wir dagegen protestieren und unsere Sympathie für den bürgerlichen Widerstand senden'

Wir danken für so viel Unterstützung und gratulieren noch nachträglich zu 5 jährigen Bestehen! :)

Viele Grüße nach Hamburg!


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Reden am 01.08.2009

Liebe Nenndorferinnen und Nenndorfer,
liebe Schaumburgerinnen und Schaumburger,
und ganz allgemein
liebe Gegnerinnen und Gegner des Rechtsextremismus ,

im Namen des Bündnisses „Bad Nenndorf ist bunt“, unserer Bürgerinitiative gegen Rechts, darf ich Sie und euch sehr herzlich begrüßen.

Es ist toll, dass so viele Freundinnen und Freunde der Demokratie heute hier den Weg nach Bad Nenndorf gefunden haben, um uns bei dieser kraftvollen, bunten und friedlichen Demonstration zu unterstützen und ein klares Zeichen gegen Rechts zu setzen.

Bereits zum vierten Mal wollen Neonazis aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland unter dem skurrilen Motto
„Gefangen – Gefoltert – Gemordet – damals wie heute - Besatzer raus“
Bad Nenndorf zum Schauplatz ihrer rechtsradikalen Propaganda machen.

Sie planen einen so genannten Trauermarsch, der in einem ungeheuren Akt der Geschichtsverfälschung aus Tätern Opfer machen soll. Das Wincklerbad wurde von 1945 von den Briten als Internierungslager für NS-Schergen und mutmaßliche Kriegsverbrechen des Dritten Reiches genutzt.

In der Tat kam es auch zu unverzeihlichen Folterungen von Gefangenen und vermeintlichen Spionen – 1947 wurde es aber wegen dieser Vorwürfe geschlossen und die Geschehnisse in einem Prozess in London aufgearbeitet. Die englische Zeitung „The Guardian“ hat 2005 an diese Vorfälle erinnert. Anlass für die Neonazis aus Bad Nenndorf einen neuen Wallfahrtsort machen zu wollen. Sie wollen trauern. Wie heuchlerisch. Zum Trauern ist aber vor allem eins: ihr Geschichtsrevisionismus:

Sie verlieren –
Kein Wort über die im Wincklerbad inhaftierten Kriegsverbrecher und deren Vergehen. Kein Wort darüber, dass die Misshandlungen von britischen Abgeordneten und Behörden aufgedeckt und abgestellt wurden,
Kein Wort über Ursachen und Folgen des 2. Weltkrieges und die unvorstellbaren Leiden der Menschen in ganz Europa. Kein Wort über die 50 Millionen Toten des 2.Weltkrieges.
Kein Wort über die Verfolgung und Ermordung von Kommunisten, Sozialisten, aufrechten Christen, Sinti und Roma, Behinderten, Schwulen und Lesben und anderen Minderheiten
Und natürlich vor allem kein Wort über die 5,6 Millionen Juden, die von den Nazis brutal ermordet wurden.

Wir lassen diese Art von Geschichtsverfälschung nicht zu. Wir lassen nicht zu, dass Bad Nenndorf zur Kultstätte einer braunen menschenverachtenden Gesinnung wird. Wir lassen uns von Neonazis nicht vorschreiben: wann wir trauern, wie wir trauern und worüber wir trauern.

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,
heute werden die Nazis – so ist aus ihren Verhaltenregeln auf ihrer Internetseite zu entnehmen - versuchen als brave zivile Bürger aufzutreten, die kein Wässerchen trüben können und die nur um ihre Brüder und Schwestern trauern wollen – das ist aber nur ihre Biedermann-Maske. Dahinter versteckt sich aber ihre eigentliche braune, menschen – und demokratieverachtende Fratze.

Spätestens wenn sie ihren Mund aufmachen, das haben unter anderem die Volksverhetzungen eines Constant Kusters im letzten Jahr gezeigt, zeigen sie wahres Gesicht und ihre fremdfeindliche, rassistische, antisemitische und intolerante Gesinnung.

Dann machen sie klar, dass sie weiterhin gewaltbereit sind, gegenüber Juden, Ausländer, Antifaschisten, Gewerkschaftler, Obdachlosen und alle Minderheiten, die sie angreifen können, und zunehmend aber auch gegen die Polizei. Die gestiegenen neonazistischen Übergriffe und Gewalttaten in der letzten Zeit sind dafür ein trauriger Beleg. Und auch die Tatsache, dass unter den Initiatoren der sogenannten Trauermärsche einschlägig Vorbestrafte sind.

Aber Eine Aussage auf der Internetseite der Nazis ist richtig, EINE: da heißt es:

„Für dumm lassen sich die Nenndorfer Bürger gewiss nicht verkaufen.“ WIE WAHR.

Wir wollen daher keine Nazis: weder in Bad Nenndorf, noch in der Samtgemeinde Nenndorf, weder in Schaumburg, noch in Niedersachsen, wir wollen sie nirgendwo! Ihr Nazis seid die Außenseiter, ihr steht außerhalb der Gesellschaft – und wir klauen euch die Farbe – wie es in dem tollen Spot mit den Fußballern von Hannover 96 heißt.
Apropos Fußball – wenn es einer noch nicht gemerkt hat, wie erfolgreich kulturelle Vielfalt in einer Gesellschaft ist – der soll sich die U21 Nationalmannschaft ansehen – 11 unterschiedliche Migrationshintergründe machen einen Europameister.

Wir werden heute in einer farbenfrohen, kraftvollen und gewaltfreien Veranstaltung allen zeigen: Bad Nenndorf ist bunt.
Und die Neonazi finden auf diesem Trauermarsch das passende farbenfrohe Ambiente vorauf der Bahnhofstrasse und um das Wincklerbad.
An dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle, die gestern und heute mitgeholfen, Bad Nenndorf auch sichtbar bunt zu machen.

Noch nie waren hier so viele Gegnerinnen und Gegner des Rechtsextremismus auf der Strasse. Einige vielleicht das erste Mal, andere schon seit vier Jahren – Wir kommen aus den unterschiedlichsten politischen und gesellschaftlichen Ecken aus den Räten, von den Parteien über die Kirchen zu verschiedenen Institutionen, Vereinen und Verbänden bis zu den Antifa-Gruppen.

Auf uns alle kommt heute die große gemeinsame Verantwortung zu, diese Unterschiedlichkeit gegenseitig zu tolerieren, sich gegenseitig zu respektieren und friedlich zu demonstrieren. Das ist unsere herzliche und entschiedene Bitte.
Heute eint uns in diesem „Nein zu Hitler“ - Bündnis der Kampf und die entschiedene Haltung gegenüber den Neonazismus in diesem Land.

Wir sollten auch nicht beklagen, dass wir erst jetzt so viele sind, sondern uns darüber freuen, dass es jetzt so viele sind. Denn wir werden einen langen Atem benötigen im Kampf gegen nazistische Gesinnungen in diesem Land und gegen die Aufmärsche der Neonazis in Bad Nenndorf. Aber Wunsiedel hat gezeigt, wenn wir immer mehr werden, werden wir die Neo-Nazis vertreiben.

Meine Erwartung für den heutigen Tag:
Setzen wir diesem Trauermarsch der Rechten eine friedliche, fröhliche, bunte, und zu gegebener Zeit auch laute Veranstaltung für Bad Nenndorf entgegen.
Ich danke für die Aufmerksamkeit.


Dr. Udo Husmann, Bad Nenndorf ist bunt

Es gilt das gesprochene Wort.



Liebe Bad Nenndorfer, liebe Bad Nenndorferinnen, liebe Schaumburger und Schaumburgerinnen – oder – um es angesichts des heutigen Anlasses umfassend zu sagen: Liebe Antifaschisten und Antifaschistinnen

Da sind sie also wieder – die politischen Untoten vom Misthaufen der Geschichte, vom Kehrichthaufen des 8. Mai 194, und haben immer noch nicht verstanden, dass ihre Zeit ein für allemal abgelaufen ist.
Apokalyptischen Reitern gleich ziehen sie heute gespenstisch durch Bad Nenndorf und versuchen erneut, Angst und Hass zu säen und uns ihre Weltsicht überzustülpen.
Aber so wenig, wie wir von Analphabeten das Lesen lernen würden, genau so wenig lassen wir uns von geistigen Analphabeten die Geschichte erklären, denn ihre „Zungen trachten nach Schaden und schneiden mit Lügen wie ein scharfes Schermesser“, um das AT an dieser Stelle zu zitieren.
So wie damals 1945 vom braunen Unrat gesäubert worden ist, muss es unwiderruflich bleiben.
Man schaue nur einmal, seinen Ekel überwindend, auf die polit-pornografischen Neo-Nazi-Schmuddelseiten und lese die Einladung zum sogenannten „Trauermarsch“:
Wölfen gleich, die Kreide fressen sollen, werden die „lieben Kameraden“ aufgefordert, heute einmal nicht NSDAP-, SA-, 18-, 88- oder sonstige einschlägige Naziabzeichen anzulegen, um die Bevölkerung zu blenden und über ihre wahren Absichten hinweg zu täuschen.
Aber wir lassen uns nicht täuschen, wissen wir doch:
Vor dem Hintergrund des größten Raub-, Eroberungs-, Vernichtungs- und Versklavungskrieges der Weltgeschichte versuchen die Nachfolger der Hitler, Goebbels und Co. mit Lügen und Geschichtsverfälschungen die ungeheuerlichen Massenmorde und die industrielle Menschenvernichtung zu relativieren oder ganz vergessen zu machen und dafür Geschichtsmarginalien wie das hiesige Wincklerbad den KZs der Nazis gleich zu stellen.
Aber: „Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher“. (Bertolt Brecht)
Diese Ungeheuerlichkeit können und dürfen wir nicht hinnehmen und tatenlos dulden.
Denn „die, die Auschwitz läutern, sind die, die bereit wären, es wieder aufleben zu lassen“ (Primo Levi, der damaligen Vernichtungsmaschinerie entkommen)
Daher sehen wir, das Bündnis „Bad Nenndorf ist bunt“, mit großer Befriedigung, das heute – quer durch alle politischen Parteien und Konfessionen hindurch, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Profession, Nenndorfer und Schaumburger und darüber hinaus Menschen aus den angrenzenden Regionen zusammen gekommen sind, die alle das Eine verbindet:
Die unbedingte Ablehnung der verbrecherischen NS-Ideologie, die im Gegensatz zu allen anderen politischen Strömungen eines in perfider Weise leugnet:
Die Gleichheit des Menschen und die für alle geltenden Menschenrechte, und dafür nach Rasse- oder sonstigen abstrusen Maßstäben Menschen unterschiedlichen Wert beimisst oder sogar völlig abspricht.
Daher ist dem österreichischen Lyriker Gerhard Bronner beizupflichten, der schon vor Jahren festgestellt hat:

„Es gibt drei Dinge, die sich nicht vereinbaren lassen. Intelligenz, Anständigkeit und Nationalsozialismus“.
Oder, wie es Theodor Adorno lakonisch festgestellt hat:
„Was nützt einem die Gesundheit, wenn man ansonsten ein Idiot ist…“
Machen wir daher diese Kundgebung zu einem eindrucksvollen Beispiel aktiv gelebten Bürgersinns und politischen Engagements.
Zeigen wir dem übrigen Deutschland, dass wir nicht gewillt sind, den Nazis Bad Nenndorf als Wallfahrtsstätte des Nordens zu überlassen und die Geschichte umzulügen. Machen wir es Wunsiedel nach…
Kriminelle und Vorbestrafte haben mit ihren Horden in Bad Nenndorf keinen Platz .
Zeigen wir eindrucksvoll Flagge, denn
„Man muss immer Partei ergreifen. Neutralität hilft dem Unterdrücker, niemals dem Opfer. Stillschweigen bestärkt den Peiniger, niemals den Gepeinigten“, sagt der KZ-Überlebende Elie Wiesel.
Fordern wir weiterhin unnachgiebig ein Verbot von nazistischen Parteien und Gruppierungen und ihren Aufmärschen, hier und überall.
Unsere solidarischen Grüße gehen daher heute auch nach Faßberg, wo die dortige Bevölkerung sich massiv gegen die braune Pest zur Wehr setzt.
Keine Toleranz gegenüber Nazis und ihrer verbrecherischen Ideologie, keine Akzeptanz für ihre in Wort und Tat geäußerte Menschenverachtung.
Verteidigen wir gewaltig, aber gewaltfrei, die Demokratie gegen die Barbarei.
Unser Motto in Bad Nenndorf :
„Schwefel, Sole und auch Moor,
doch Nazis bleiben außen vor.“
Für ein nazifreies Leben!

Dietmar Buchholz, Bad Nenndorf ist bunt

Es gilt das gesprochene Wort.



In Rodenberg lebte in den dreißiger Jahren 1933 eine kleine Jüdische Gemeinde.
Es waren Kaufleute und Händler es waren angesehene Bürger der Stadt.
Es waren Deutsche.
Bis zum 8. November 1938
In der Nacht zum 9. November fand die lange Tradition jüdischen Lebens ein Ende.
Und es waren nicht nur unsere jüdischen Mitbürger, sondern auch Sozialdemokraten die geholt wurden und unter der Nazi-herrschaft litten.
Heute stehen wir hier und gedenken der Opfer der Naziherrschaft und rufen gleichzeitig:
- Wir Pfeifen auf braun – Nie wieder Nazis.

Und wir sollten uns immer eins vor Augen halten, die Nazis haben immer schon gehalten was sie versprochen haben.
So sagte Joseph Goebels am 30.April 1928:

„Wir gehen in den Reichstag hinein, um uns im Waffenarsenal der Demokratie mit deren eigenen Waffen zu versorgen. …..
Wenn die Demokratie so dumm ist, uns für diesen Bärendienst Freifahrkarten und Diäten zu geben, so ist das ihre eigene Sache.“

Wir appellieren an die Politik, die NPD zu verbieten damit eine Finanzierungsquelle – nämlich der Abgeordneten Diäten versiegt.

Es kann nicht angehen das wir mit unseren Steuern unsere feinde Finanzieren.
Die Gesinnung kann man nicht im Verbot abarbeiten das ist Aufgabe unserer Bildungspolitik und unsrer Schulen. Aber die Partei kann verboten werden.

Deshalb war es für die Parteien im Rat der Stadt Rodenberg und der Samtgemeinde Rodenberg keine Frage sich überparteilich den Zielen des Bündnisses „Bad Nenndorf ist bund“ anzuschließen.

Denn wenn wir etwas gelernt haben aus unserer Geschichte, dann:
- Zuerst holten sich die Nazis Sozialdemokraten und Gewerkschafter es folgten die Funktionäre des Zentrum, die Parteifunktionäre der Bürgerlichen Parteien und unsere Bürgerinnen und Bürger mit Jüdischen Glaubens.

- Viele andere wurden wegen ihres Glaubens oder ihrer politischen Einstellung wegen ins Konzentrationslager umgebracht.

Das dürfen wir dies nicht wieder zulassen.
Denn auch im Jahre 2009, über 60 Jahre nach Beendigung des Totalitären Systems werden in Deutschland täglich Menschen Opfer rechter Gewalt.

- So, als am 1.Mai die Maikundgebung des DGB in Dortmund von Schlägern der Nazis massiv gestört wurde.

- So, als in Dresden im Juli 2009 der Ruf erscholl:
„Wenn die NPD an die Macht kommt, ist damit Schluss.“

Dann ist Marwa el-Scherbini vor den Augen ihres Mannes, ihres Sohnes, vor den Augen eines Richters, eines Staatsanwaltes, eines Saales voller Menschen wegen ihrer Nationalität und wegen ihres Glaubens ermordet worden.

Dies geschah mitten in unserer Gesellschaft 2009.


Innerhalb von 32 Sekunden hat ein Rechtsextremist ein Menschenleben, weil er es als lebensunwert betrachtete, ausgelöscht.
Und der Mörder trug keine Uniform – keine Springerstiefel – keine schwarze Hose oder braunes Hemd und das sollte uns zu Denken geben.

Das tausendjährige Reich währte Gott sei dank nur 12 Jahre.
Damals wurden Menschen wegen ihres Glaubens ermordet und bei Gott wenn die Bürgerliche Zivilgesellschaft nicht Zivilcourage zeigt dann holt uns unsere Geschichte wieder ein.

Die Ansammlung am Winklerbad soll zur nachträglichen Rehabilitierung der Nazischergen benutzt werden.

Heute stehen WIR in der Verantwortung.
Jeder einzelne steht dazu in der Pflicht. Jeder der hier steht oder am Fenster war oder schon wieder weg ist steht in der Veranzwortung.
Heute rufen wir der Politik zu – beendet diese unseligen Aufmärsche Rechtsextremer Gruppierungen.
Wir appellieren an die Zivilcourage unserer Bürgerinnen und Bürgern diesem braut Spuk ein Ende zu bereiten und nicht bis zum Jahr 2030 tatenlos zuzusehen wie die Nazi-Propaganda wieder Salonfähig wird.

Wir Pfeifen auf braun.

Das was hier nur wenige Meter von uns entfernt stattfindet hat mit Trauer nichts zu tun.
Hier wird Trauer vorgegeben um einen Marsch zu rechtfertigen – hier wird Trauer Instrumentalisiert allein mit dem Ziel Geschichte umzudeuten. Hier sollen Märtyrer geschaffen werden.

Wenn Trauer – dann hier am Holocaust Gedenkstein in Bad Nenndorf den Millionen von Opfern des
Nazi-Regimes gegenüber.


Die im Bad Nenndorfer ehemaligen Militärgefängnis „Winklerbad“ bekanntgewordenen Fälle von Misshandlungen an Nazi-Kriegsverbrecher in der Zeit zwischen 1945 – 1947 wurden
1. schon von den britischen Behörden aufgearbeitet.

Und 2. die Verantwortlichen haben einige Tage zuvor das KZ Bergen Belsen befreit.
Damit will ich keinesfalls die Schuld relativieren aber auf die Gefühlswelt der Verantwortlichen hinweisen dürfen.

Das alleinige Ziel der Rechtsextremistischen Propaganda
ist es Nicht-Nazis davon zu überzeugen das Trauer gerechtfertigt ist.

So wollen sie mit ihrer Propaganda in der Bevölkerung Sympathie finden für die Ideen der reaktionären Kameradschaften der Nazis.
Hier sollen Märtyrer geschaffen werden – nach dem Motto:
Seht her eigentlich sind wir die Opfer
Das meine Damen und Herren ist eine Nazipropaganda –
so wie sie J. Goebels 1933 nicht hätte besser formulieren können.


Die öffentlichen Rituale hier am Winklerbad zielen auf eine Kirchliche Liturgie – Die Nazis fordern Trauer ein und bedienen sich der Christlichen und Jüdischen Sprache.


Nein meine Damen und Herren:
Was dort am Winkerbad stattfindet,
- ist ein Marsch gegen den demokratischen Rechtstaat
- ist eine Missachtung und Verunglimpfung der Opfer des Holocaust.

Was dort stattfindet:
- Ist gegen unseren freiheitlichen demokratischen Staat gerichtet welcher erst durch die Befreiung von der Nazidiktatur möglich wurde.

Das dürfen wir nicht zulassen – da sind alle Demokratischen Parteien – alle Verbände – Vereine – Schulen - alle Bürgerinnen und Bürger – alle Demokraten sind aufgerufen sich zu wehren.

– beendet diese unseligen Aufmärsche Rechtsextremer Gruppierungen.
Wir Pfeifen auf braun denn „Schaumburg ist bunt“
ist Demokratisch und Tolerant.

Carl von Ossietzky schreibt in der 1931 Weltbühne:
„Die nationalsozialistische Bewegung hat eine geräuschvolle Gegenwart…“,

Wie wir ja sehen zurzeit am Winklerbad,

„… aber gar keine Zukunft.“

Es ist unsere Aufgabe dafür zu sorgen dass dies Realität wird.
Wir müssen gemeinsam den braunen Spuk beenden.
Diesmal stehen wir in der Pflicht.

Lasst uns daran Arbeiten Heute und in den nächsten Monaten.

Hans-Dieter Brand, Rodenberger Bündnis

Es gilt das gesprochene Wort.

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Ökumenischer Gottesdienst in der Kurparkmuschel
vor der Gegendemonstration am 01.08.2009



"Unidos do Samba Reggae"
auf der Gegendemonstration am 01.08.2009



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